Zinsbindung Archives - Der kleine Hai https://www.kleiner-hai.de/tag/zinsbindung/ Immobilien, Finanzen und Freude am sparsamen Leben Mon, 16 Oct 2017 16:22:37 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.1.9 Sparen im Luxus-Urlaub: 4 Wochen USA https://www.kleiner-hai.de/2017/10/sparen-im-luxus-urlaub-4-wochen-usa/ https://www.kleiner-hai.de/2017/10/sparen-im-luxus-urlaub-4-wochen-usa/#comments Mon, 16 Oct 2017 16:22:37 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=777 Fast vier Wochen sind wir durch die USA gereist. In dieser Zeit haben wir viel gesehen und in unserem Luxus-Urlaub die Freude am Sparen erlebt, so dass ich hier gerne davon berichten möchte. Nebenbei werdet Ihr erfahren was kurze Zinsbindung weiterlesen...

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Fast vier Wochen sind wir durch die USA gereist. In dieser Zeit haben wir viel gesehen und in unserem Luxus-Urlaub die Freude am Sparen erlebt, so dass ich hier gerne davon berichten möchte. Nebenbei werdet Ihr erfahren was kurze Zinsbindung im Urlaub für Vorteile hat.

New York

Begonnen hat unsere Reise in New York. Fünf Nächte in New York zu übernachten kann teuer werden. Aber dank AirBnB hatten wir nicht nur ein Zimmer für uns, sondern auch fast eine ganze Wohnung. Von den Mitbewohnern haben wir so gut wie nichts gesehen. Und für $50 pro Nacht in Manhattan war das ein guter Deal. New York war aber die einzige Stadt, in der wir AirBnB genutzt haben, in allen anderen Städten hatten wir das Gefühl bei Booking.com ein besseres Preisleistungs-Verhältnis zu finden.

Kinky Boots

Eines unserer großen Highlights hatten wir gleich zu Beginn: Wir haben das Broadway-Musical „Kinky Boots“  angeschaut. Musik und Bühnenshow waren großartig und wir hatten super Plätze. Normal hätten die $180 pro Person gekostet. Aber an den TKTS-Ticketständen gibt es auf die Restbestände für den selben Abend 50%-Rabatt. Man kann sich die Plätze nicht aussuchen, es werden immer die besten noch verfügbaren Plätze verkauft. Auf dem Times Square ist die riesige Schlange kaum zu übersehen. Wer keine Lust hat für die reduzierten Tickets zwei Stunden anzustehen, geht einfach zu TKTS South Street Seaport, wo man schon nach 15 Minuten seine Tickets in der Hand hält. Kinky Boots kommt jetzt übrigens auch ab Dezember nach Hamburg.

Bühnenbild von Kinky Boots
Broadway-Musical Kinky Boots

Staten Island Ferry

Als guter Tourist ist ein Besuch bei der Freiheitsstatue natürlich Pflicht. Davon zeugen auch die Heerscharen von Ticketverkäufern sobald man sich der Fähre nähert. Doch statt $18.50 für eine Fahrt zu Liberty Island zu berappen, kann man auch die Fähre zu Staten Island nehmen. Die fährt direkt an Liberty Island vorbei, so dass man den perfekten Blick auf die Staute bekommt und zwar gratis. Die Fähre verkehrt alle 30 Minuten und ist tatsächlich immer kostenlos. Dazu gibt es nicht nur den Blick auf die Statue sondern auch eine beeindruckende Sicht auf die Manhatten-Skyline. Uns hat die Fahrt so gut gefallen, dass wir die Runde noch ein zweites Mal bei Nacht gemacht haben.

Skyline New York
Blick von der Staten Island Ferry auf Manhattan

Skyline

Ein Blick auf New York von oben kann unglaublich teuer sein: $54 kostet ein Besuch im Empire State Building, wenn man bis ganz nach oben möchte. Aber wir hatten Glück: Shama Zehra, Gründerin der App Jetzy und Pakistans jüngste Vorzeigeunternehmerin, deren Erfolgsgeschichte schon von Forbes vorgestellt wurde, hat uns zu ihrem Geburtstag eingeladen. Und zwar in die PHD Rooftop Lounge, die einen beeindruckenden Blick über das nächtliche New York bot. Na gut – ich gebs ja zu: Sie hat nicht nur ihren Geburtstag gefeiert sondern auch den Start ihrer App „Jetzy“ und hat dafür bei Couchsurfing eine Einladung gepostet, die wir glücklicherweise gefunden haben. Aber wir haben ihr auch kurz zum Geburtstag gratuliert.

Kleiner Hai vor der Manhattan-Skyline bei Nacht
Der kleine Hai auf der Geburtstagsfeier von Shama Zehra

Kayaking

Einen ganz anderen Blick auf New Yorks Skyline kann man beim Kajak fahren auf dem Hudson River genießen. Zwanzig Minuten kostenlos paddeln kann man zum Beispiel am Pier 96 beim Manhattan Community Boathouse. Ehrenamtliche geben die Kajaks aus und es ist wirklich ein Spaß im Wasser neben der hektischen Metropole eine kurze Auszeit vom Stadtleben zu nehmen.

Frau im Kajak im Hudson River vor der Skyline
Frau Hai paddelt im Hudson River

Shakespeares Macbeth

New York Classical Theatre führt jedes Jahr im Sommer umsonst und draußen Theaterstücke auf. Jede Szene findet an einem anderen Ort statt und so folgt das Publikum den Schauspielern – in unserem Fall durch den Brooklyn Bridge Park. Das Shakespeare-Englisch war unglaublich schwierig zu verstehen, aber ein Erlebnis war es trotzdem!

Brooklyn Botanic Garden

Als meine Frau vorgeschlagen hatte, den botanischen Garten in Brooklyn zu besuchen, war ich nicht gerade völlig aus dem Häuschen. Aber der Garten war großartig. Nicht nur wegen der Vielfalt der Pflanzen, aber auch als Park einfach wunderschön. Und in den Gewächshäusern gabs Bonsais, Tropen und sogar Wüste. Normalerweise kostet der Eintritt $15, aber da wir an einem Dienstag hin sind war es, wie jeden Dienstag, kostenlos.

Seerosen und Bambus
Gewächshaus im Brooklyn Botanic Garden

Philadelphia und Baltimore

Mit Bussen sind wir nach Philadelphia und Baltimore weiter gereist. Dort haben wir jeweils zwei Nächte verbracht. Das Besondere daran: in beiden Städten haben wir Couchsurfing-Hosts gefunden. Für die, die es nicht kennen: Auf Couchsurfing stellen Einheimische Reisenden ihre Couch, ein übriges Bett oder gar ein Gästezimmer kostenlos zur Verfügung. Die Idee ist jedoch nicht nur günstig zu übernachten, sondern sich auch gegenseitig kennenzulernen. In Philadelphia hat uns Michelle aufgenommen, die in einem Haus mit rund 15 anderen Studenten wohnt. In ihrem Zimmer hatte sie ein Extra-Bett auf dem wir schlafen konnten. Sie war sehr interessiert an Deutschland und Russland und wie wir die USA sehen. In Baltimore haben wir bei Kate und Rob übernachtet und hatten dort sogar ein Gästezimmer mit Bett nur für uns. Rob arbeitete als Stadtentwickler in der Entwicklungshilfe und hatte sehr interessante Einsichten dazu, wie Entwicklungshilfe funktionieren sollte.

Ich wollte nicht den gesamten Urlaub über nur Couchsurfing machen, weil etwas mehr Privatsphäre und Unabhängigkeit auch schön ist, aber für zwischendurch definitiv eine Bereicherung und coole Erfahrung!

Werbeschild vor blauem Himmel
Ein Hauskäufer wirbt in Philadelphia

Washington, DC

Washington ist die Hauptstadt der kostenlosen Museen. Die Anzahl und Qualität der Museen ist extrem beeindruckend. Im Luft- und Raumfahrtmuseum hatten wir einen pensionierten Airline-Piloten als Führer, der die Geschichte der Luftfahrt so anschaulich und mit so viel Begeisterung erzählt hat, dass man nur mitgerissen sein konnte. Das Natural-History-Museeum zeigt mit einer unglaublichen Vielfalt an Exponaten die Geschichte der Erde. Auch hier haben wir eine kostenlose Führung mitgemacht und so verstanden, warum ein Museum Plattentektonik erklärt und Edelsteine und Tier-Exponate zeigt. Auch der Zoo in Washington ist kostenlos und der Besuch dort war schön, aber wir hatten uns ein klein wenig mehr erhofft. Der Zoo in Leipzig zum Beispiel ist um Welten besser.

Viele Flugzeuge im Luft- und Raumfahrmuseum
Hier endete die Führung im Luft- und Raumfahrmuseum

Die Vorteile der kurzen Zinsbindung

Eigentlich wollten wir unsere Reise in Florida fortsetzen, doch weil uns dann Hurrikan Irma in den Weg kam, haben wir unsere Reise an der Westküste fortgesetzt. Schon in Deutschland hatten wir den Flug von Washington nach Miami gebucht.

Dabei sind mir die Parallelen zur Zinsbindung aufgefallen. Auf der einen Seite bringt eine langfristige Zinsbindung – also das frühe Buchen von Flügen und Unterkünften – Sicherheit in Form von Planbarkeit. Auf der anderen Seite nimmt man sich damit auch viel an Flexibilität. Die Hotline-Telefonate haben uns einiges an Zeit und Nerven gekostet, bis der Flug letztendlich kostenlos storniert war. Und wir waren sehr froh, dass wir noch keine Hotels in Florida gebucht hatten, die wir ja auch noch alle hätten stornieren müssen.

Flexibilität hat also durchaus auch ihre nicht zu unterschätzende Vorteile. Da wir fast alle Unterkünfte kurzfristig gebucht haben, konnten wir kurzfristige Angebote und Vorteile mitnehmen und unsere Aufenthalte beliebig verlängern oder verkürzen. Allerdings hat diese Flexibilität auch ihren Preis: Es ist kein gutes Gefühl am Abend einzuschlafen und noch nicht zu wissen, wo man die nächste Nacht verbringen wird. So ist es uns beispielsweise gegangen, als wir abends entschieden haben, die Reise am nächsten Tag nach Miami wegen des Hurrikans nicht anzutreten.

Wegen der enormen Wertsteigerung, die unser Bauprojekt erfährt, habe ich mir schon überlegt, dass es doch besser gewesen wäre, nur kurzfristig zu finanzieren, dann hätte ich mit Fertigstellung die Möglichkeit gehabt direkt zu verkaufen. Andererseits schlafe ich jetzt sehr ruhig, weil ich weiß, dass durch die langfristige Zinsbindung nicht anbrennen kann.

Den Wert der Flexibilität sollte man aber auch bei Rentenprodukten wie Riester nicht vernachlässigen.

Las Vegas

Wir haben unsere Reise also an der Westküste fortgesetzt und der günstigste Flug dorthin führte uns nach Vegas. Ich liebe Vegas.

Gewinnen

Als absoluten Spartipp kann ich natürlich nur empfehlen, beim Glücksspiel zu gewinnen. Verlieren eignet sich hierfür weniger. Mutig wie ich bin, habe ich also $10 gesetzt und bin mit $20 nach Hause gegangen.

Hart arbeiten

Auch im Urlaub kann man mal ne Stunde hart arbeiten. So gibt es in Las Vegas im MGM-Hotel das „CBS Television City Research Center“. Jede Serie, die in den letzten 20 Jahren auf CBS erschienen ist wurde dort – und nur dort – darauf getestet, wie gut sie beim Publikum ankommt. Meine Frau und ich haben dann also den Piloten einer bis dahin unveröffentlichten Serie gesehen und bewertet. Und weil das so harte Arbeit ist, haben wir auch noch je $20 dafür bekommen.

Insgesamt haben wir also $50 in Las Vegas gut gemacht. Ich hatte schon viele Ideen, wofür wir diese $50 unvernünftiger Weise ausgeben könnten, weil wir die ja eigentlich gar nicht hätten. Aber meine Frau blieb hart: Die $50 dürfen nicht leichtfertiger ausgegeben werden als der Rest unseres eigenen Geldes. Recht hat sie.

Shows

Wer eine Show in Las Vegas sehen möchte, sollte dringend die Preise vergleichen. Fast alle Shows finden in Hotels statt. Wir haben bei der Reservierungshotline eines Hotels Glück gehabt und die Show dort für $30 pro Ticket statt online $50 oder ganz ohne Discount $70 bekommen, obwohl wir für den gleichen Abend gebucht haben.

Viele Leute unter dem künstlichen blauen Himmel der Freemont-Street
Freemont in Las Vegas: Viel lustiger als auf dem Strip

Sparmöglichkeiten im Urlaub

Auch auf dem Rest unserer Reise gab es noch einige Momente in denen wir uns über tolle Deals und Sparmöglichkeiten gefreut haben, aber die oben genannten waren sicher die Highlights. Jetzt möchte ich noch ein paar generelle Spartipps für Urlaubsreisen (nach Amerika) geben.

Google nach „free things to do in …“

Es ist eigentlich so trivial, dass man es nicht aufschreiben müsste, aber die Ergebnisse sind so großartig, dass ich es doch erwähnen möchte. Neben den vielen Möglichkeiten, die es gibt, sich darüber zu informieren, was man in einer Stadt tun und sehen kann, sollte man auf jeden Fall auch nach „free things to do in …“ oder „cheap things to do in …“ googlen. Man hat im Urlaub  meist nur eine stark begrenzte Zeit in jeder Stadt und warum sollte man für tolle Erlebnisse bezahlen, wenn es auch viele ebenso tolle kostenlose Aktivitäten gibt? Natürlich haben wir in vielen Städten für tolle Attraktionen auch bezahlt, aber wir haben nirgendwo einen City-Pass oder ähnliches kaufen müssen, weil wir gar nicht so viel Zeit hatten, neben all den tollen kostenlosen Dingen, die es zu tun gab, auch noch so viel Geld auszugeben.

Nutze Supermärkte

Auch im Urlaubsland gibt es Supermärkte und diese sind für Touristen nicht tabu. Es spart einem nicht nur so manchen Restaurantbesuch, es ist auch noch spannend zu sehen, was im Urlaubsland so in den Regalen liegt. Frühstück und Abendessen kann man beispielsweise super im Hotel mit den Lebensmitteln aus dem Supermarkt zu sich nehmen. Und da wir die Minibar mit den überhöhten Getränkepreisen eh nicht nutzen, haben wir mit etwas Glück sogar noch einen Kühlschrank zur Verfügung. Messer und Gabel? Das verleiht das Hotel-Restaurant gerne. Für das zweite Frühstück am morgen kann man sich bequem was einpacken. Und so bleibt nur noch eine Mahlzeit, die man unterwegs abdecken muss. Und da bei hilft zum Beispiel Yelp.

Nutze Yelp

Während Yelp in Deutschland leider recht ungenutzt ist, ist es in Amerika eine wahre Fundgrube. Wenn wir unterwegs also ein (Fastfood-)Restaurant gesucht haben, sind wir so vorgegangen: Yelp-Filter auf $ (bei einer Skala von $ bis $$$$), Radius 6 Blocks und sortiert nach Bewertung absteigend. So haben wir richtig gute Burger, Burritos, wirklich leckeres, frisch zubereitetes Sushi, und verschiedenste Arten von Pizzen gefunden. Aber auch spannende mediterrane Gerichte waren mit dabei. Auffällig: Fast immer waren die Restaurants, die wir so gefunden haben, von Einheimischen gut besucht. Fast alle Restaurants bieten auch noch einen 50 % – Rabatt, wenn man zu zweit kommt: Teilt man sich eine Mahlzeit, zahlt man pro Person nur die Hälfte. Und abends im Hotel wartet ja schon eine große Mahlzeit auf einen.

Water Fountains

Wer den ganzen Tag unterwegs ist, muss vor allem bei warmen Temperaturen viel trinken. So viel kann man gar nicht mit sich rumtragen. Glücklicherweise gibt es in Amerika fast überall sogenannte water fountains. Da es nicht so angenehm ist, daraus zu trinken, haben wir einen Pappbecher mit uns rumgetragen. Der hat gut in die Tasche gepasst und wurde bei Bedarf alle zwei oder drei Tage ausgetauscht.

Water-Fountain neben einer Bank
Mit Water-Fountains kann man viel Geld sparen und ist nie durstig

Günstig Übernachten

Sicherlich der größte Posten unserer Reisekosten waren die Übernachtungen. Wir haben eine Reihe von Möglichkeiten genutzt unsere Übernachtungskosten möglichst gering zu halten. Je nach Stadt haben wir die besten Angebote entweder auf Booking.com oder bei AirBnB gefunden. Bei AirBnB ist es der „Normalfall“, dass man in einem privaten Zimmer in der Wohnung des Vermieters wohnt. Das ist natürlich nicht so komfortabel wie ein Hotel, aber manchmal eben günstiger. In vielen Fällen hatten wir jedoch – besonders in Städten mit hohen Hotelpreisen – das Gefühl, dass die Preisleistung bei AirBnB nicht stimmt. Wenn ich günstigere Hotels als Zimmer in einer Wohnung finde, dann passt das für mich nicht mehr. Es lohnt sich aber auf jeden Fall auf beiden Platformen zu suchen. Sehr schnell zu guten Ergebnissen kommt man bei Booking, wenn man als Filter Hotels mit Bewertung 7+ (oder 8+ wenn man es wirklich schön mag) einstellt und dann nach Preis sortiert.

Aber auch auf Google Maps kann man gut nach Hotels suchen. Vor allem, wenn man ein Hotel zwischen zwei Stationen sucht ist Google Maps super. Beispielsweise lässt sich die Fahrt von Los Angeles nach San Francisco super teilen. Zwei Stunden am Abend und 3,5 Stunden am nächsten Morgen sind nicht nur angenehmer zu fahren sondern erlauben auch noch sehr günstige Übernachtungen mitten im Nirgendwo.

Apropos fahren: Während es fast überall extrem viel teurer ist, einen Mietwagen an einer anderen Station abzugeben als abzuholen, scheint das bei der Strecke Las Vegas – San Francisco kaum der Fall zu sein. Ich habe schon länger nicht mehr verglichen, aber als ich vor einiger Zeit sehr intensiv verglichen habe, war billiger-mietwagen.de  immer die günstigste Option – auch um in Amerika zu buchen. Die Abwicklung war auch immer sehr angenehm. Man muss nur auf die Bewertungen des Anbieters achten, wenn der Mietwagen nicht von einer der großen Firmen kommt.

Natürlich macht auch Couchsurfing die Reise günstiger, aber wer das ausschließlich zum Sparen machen möchte, ist bei Couchsurfing eher falsch.

Nutze Uber und Lyft

Eigentlich sollte die Überschrift ja heißen gehe zu Fuß und nutze öffentliche Verkehrsmittel. Aber wenn wir mal davon ausgehen, dass das ohnehin klar ist, dann ist Uber und Lyft im Vergleich zu Taxis eine große Ersparnis. Insbesondere für Neukunden. Sowohl Uber als auch Lyft verschenken in den USA an allen Ecken Neukundengutscheine für Freifahrten im Wert von $10 bis $15. Da wir zu zweit unterwegs waren haben wir dann also zwei mal zwei Freifahrten gehabt. Diese haben wir hauptsächlich für die Wege von und zu den Flughäfen mit viel Gepäck genutzt. Am Ende haben wir dann sogar noch eine Fahrt gemacht, die wir bezahlt haben. War ja schließlich ein Luxus-Urlaub.

Flugsuche

Artikel darüber, wie man günstige Flüge findet gibt es im Internet viele und vielleicht schreib ich auch mal meinen eigenen, an dieser Stelle nur wenige Tipps von mir. Die Powersuche bei swoodoo erlaubt es Flugpreise in einem bestimmten Zeitraum von einem bestimmten Flughafen zu suchen.

Wenn ich also weiß, dass ich jetzt plötzlich dringend an die Westküste möchte, dann öffne ich einfach die Powersuche und schaue, welche Zielflughäfen in diesem Monat die günstigsten sind. Auch wenn der einzelne Flug dann etwas teurer wird, als die gezeigten Preise, weil man eben nicht den günstigsten Flug des gesamten Monats nehmen kann, so habe ich die Erfahrung gemacht, dass der gefundene Zielflughafen trotzdem der günstigste bleibt.

Den konkreten Flug suche in dann mit Plus-Minus-3-Tage-Option bei kayak. Durch das Buchen von Multi-Stop oder Gabelflügen kann man manchmal auch noch sparen. Hier bietet es sich jedoch an, durch das Nutzen der Plus-Minus-3-Tage-Option für die einzelnen Segmente die günstigsten Flugzeiten vorab zu ermitteln.

Fazit

Fast vier Wochen durch die USA zu reisen ist definitiv ein Luxus-Urlaub und ein tolles Erlebnis, aber noch lange kein Grund sich die Sparrate für den Rest des Jahres zu ruinieren. Und als motivierter Investor findet man auch im Urlaub viele interessante Anregungen.

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Bausparvertrag Teil 5: Zusammenfassung und Fazit https://www.kleiner-hai.de/2017/03/bausparvertrag-teil-5-zusammenfassung-und-fazit/ https://www.kleiner-hai.de/2017/03/bausparvertrag-teil-5-zusammenfassung-und-fazit/#comments Mon, 13 Mar 2017 10:43:19 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=672 Bausparverträge sind ein heißes Thema, das haben auch die Kommentare zu dieser Serie gezeigt. Zum Abschluss nun nochmal eine kompakte Zusammenfassung der wichtigsten Punkte sowie meine persönlichen „lessons learned“. Die Idee des Bausparens (Teil 1) ist simpel: Ein Bausparvertrag wird weiterlesen...

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Bausparverträge sind ein heißes Thema, das haben auch die Kommentare zu dieser Serie gezeigt. Zum Abschluss nun nochmal eine kompakte Zusammenfassung der wichtigsten Punkte sowie meine persönlichen „lessons learned“.

Die Idee des Bausparens (Teil 1) ist simpel: Ein Bausparvertrag wird über eine gewisse Summe abgeschlossen. Zuerst spart man über einige Jahre hinweg einen Teil (meist 40 % bis 50 % der Bausparsumme) bei unterdurchschnittlichen Zinsen an, um dann anschließend neben den Ersparnissen ein Darlehen zu günstigen Konditionen ausgezahlt zu bekommen. Die Höhe des Darlehens ist dann die Differenz zwischen Erspartem und Bausparsumme.

Nicht für Kinder unter 3 Jahren

Ein Bausparvertrag ist allerdings kein Sparbuch und als Geschenk für Neugeborene nicht geeignet. Typischerweise kommt ein Bausparvertrag mit einer Abschlussgebühr von 1 % bis 1,6 %. Dazu kommen jährliche Gebühren und unterdurchschnittliche Zinsen. Wer sich hierauf einlässt sollte genau wissen warum, es sollte also klar sein wofür das Bauspardarlehen eingesetzt werden soll.

Natürlich ist da noch die Sache mit dem geschenkten Gaul, aber wer sich jetzt gerade überlegt ein Neugeborenes zu beschenken, greift besser zum Sparbuch / Festgeld oder noch viel besser zu einem breit diversifizierten, günstigen Indexfond.

Bausparen für Häuslesbauer

Wer in der fernen Zukunft, beispielsweise in 15 Jahren bauen möchte, ist sehr wahrscheinlich ebenfalls mit einem Indexfond besser bedient. Es sei denn, die Zinsen steigen bis dahin wieder auf über 10 %. Das zeigt die Berechnung in Teil 2.

Schwierig wird die Entscheidung wenn es nur noch um sieben Jahre geht. Wer sich sehr sicher ist, in ungefähr sieben Jahren bauen zu wollen, für den könnte ein Bausparvertrag interessant sein. Wohl nicht über die gesamte Summe, da dies zu einer extrem hohen monatlichen Belastung führen würde, aber einen Teil über den Bausparvertrag kann aus zwei Gründen sinnvoll sein. Das Zinsanstiegsrisiko wird verringert und vielleicht noch wichtiger: Die Zinsen für die Hauptfinanzierung werden gesenkt. Die Bausparsumme hilft die Beleihung für das restliche Darlehen zu reduzieren. Und da das Bauspardarlehen nachrangig abgesichert werden kann, kann das die Hauptfinanzierung deutlich günstiger machen. Das mit genauen Zahlen zu belegen wäre sehr schwierig, weil hierfür zu viele Annahmen gemacht werden müssten.

Wer jedoch nur mit dem Gedanken spielt zu bauen sollte wohl eher keinen Bausparvertrag „für alle Fälle“ abschließen. Dafür sind die Kosten zu hoch.

Bausparen zur Zinsbindung

Ein zur Zeit sehr beliebtes Modell nutzt Bausparverträge zur langfristigen Zinsbindung (Teil 3). Hierbei wird zur sofortigen Finanzierung ein endfälliges Darlehen aufgenommen, also ein Darlehen bei dem nur die Zinsen bezahlt werden. Statt der Tilgung wird dann der Bausparvertrag bespart. Wenn alles so klappt wie geplant, wird dann das endfällige Darlehen mit dem zugeteilten Bausparvertrag abgelöst.

Lange Zinsbindung?

So wie eine 15-jährige Zinsbindung teurer ist als eine 10-jährige, so ist natürlich auch die ca 30-jährige Zinsbindung nochmal etwas teurer. Ohne Kenntnisse über die Zukunft bleibt einem hier nur übrig, einen Grenzzinssatz zu berechnen. Beispielsweise kann ich berechnen, wie hoch die Zinsen in 10 Jahren sein müssen, damit es sich lohnt, die Zinsen auf 30 anstatt auf 10 Jahre festzuschreiben. Der Grenzzinssatz für das Beispiel, welches in Teil 3 berechnet wurde, liegt bei etwa 3,8%. Anhand dieser Zahl kann ich – basierend auf meiner Risikotragfähigkeit – die Entscheidung treffen, ob ich die Zinsen derart langfristig binden möchte.

Lange Zinsbindung mit dem Bausparmodell?

Fällt die Entscheidung zu Gunsten der langfristigen Zinsbindung, ist die nächste Frage, ob das Bausparmodell hierfür die richtige Wahl ist, denn es gibt auch Banken die „normale“ Annuitätendarlehen mit 30-jähriger Zinsbindung anbieten. Um diese Frage zu beantworten, muss man einen Vergleichszins berechnen. Man möchte also wissen: Wie hoch müssten die Zinsen eines Annuitätendarlehen mit 30-jähriger Zinsbindung sein, damit ich am Ende die gleichen Kosten bezahlt habe wie bei dem Bausparmodell. Man sollte den Vergleichszins immer selbst berechnen, so wie es in Teil 3 erklärt ist. Auf keinen Fall sollte man den Bauspardarlehenszins oder gar die Zinsen des Tilgungsaussetzungsdarlehen mit dem Vergleichszins verwechseln. Man kann ohne viel Erfahrung einem Angebot für das Bausparmodell auf den ersten Blick kaum ansehen wie gut es ist. Hier ist rechnen angesagt!

Das Beispiel aus Teil 3 zeigt, dass Bausparmodelle und lange gebundene Annuitätendarlehen durchaus miteinander konkurrieren können. Wer die Wahl hat, sollte sich allein schon wegen der Möglichkeit von Sondertilgungen für das Annuitätendarlehen entscheiden. Allerdings bieten nur sehr wenige Banken gute Konditionen für so langfristige Annuitätendarlehen an. Sollte man also nicht bei einer der wenigen Banken finanzieren können oder wollen, die entsprechende Angebote haben, dann kann das Bausparmodell die einzige Möglichkeit für eine derart langfristige Zinsbindung sein. In diesem kann das Bausparmodell eine sehr gute Wahl sein. Man sollte jedoch auch alle Nachteile kennen – bevor man unterschreibt.

Rechnen und Vergleichen

Das Rechnen mit Annuitätendarlehen und Bausparverträgen kann sehr schnell sehr verwirrend werden. Daher ist das richtige Vergleichen (Teil 4) nicht unbedingt einfach.

Möchte man verschiedene Bausparmodell-Angebote miteinander vergleichen, führt kaum ein Weg an einer Excel- oder LibreOffice Calc-Tabelle vorbei, weil wir normalerweise keine Intuition für diese Art von Zahlen haben. Wir können uns nicht vorstellen, was der Unterschied zwischen zwei Zehntel im Tilgungsaussetzungsdarlehen und zwei Zehntel im Bauspardarlehen ist.

Noch viel komplizierter wird es dann, wenn wir abwägen, ob es nicht doch das 10-jährige Annuitätendarlehen tut. Dann vergleicht man nämlich verschiedene Zinsbindungszeiten und verschiedene Modelle auf einmal. Wer hier nicht strukturiert vorgeht und das Problem in einzelne Teile zerlegt wird kaum einen belastbaren Vergleich erreichen.

Ganz wichtig ist auch, bei allen Vergleichen immer die monatliche Belastung mit zu berücksichtigen. Ein Angebot ist nicht unbedingt besser, nur weil die Gesamtkosten geringer sind. Wenn dafür die monatliche Belastung enorm viel höher ist, kann auch das günstigere Angebot objektiv das schlechtere sein. Gerade bei Bausparmodellen sollte man immer darauf achten, was mit der monatlichen Belastung passiert, wenn die Finanzierung in die Bauspardarlehensphase geht.

Fazit und Lessons Learned

Ich habe mich während der Recherche und während des Schreibens der Artikel intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt als ich das vermutlich für eine einzelne Finanzierung jemals getan hätte. Ich denke, dass ich allein davon schon in Zukunft sehr profitieren werde. Aber es kommt noch besser:

Durch Eure Kommentar habe ich noch mehr gelernt. So hatte ich bisher nicht an die Nutzung von Bauspardarlehen als Eigenkapitalersatz gedacht. Auch die Kündigungsfrist des Guthabens war mir zuvor nicht bewusst. Der für mich interessanteste Punkt war wohl die höhere Vorfälligkeitsentschädigung beim Bausparmodell gegenüber Annuitätendarlehen mit Sondertilgungsmöglichkeiten. Daher vielen Dank ganz besonders für die kritischen Kommentare. Aber auch Euer Lob für die bisherigen Teile freut mich sehr!

Wer nach dieser Zusammenfassung jetzt doch noch die ganze Serie anschauen möchte, findet in Teil 1 einen Überblick über die Serie.

Hat Euch die Serie gefallen oder vielleicht sogar weiter geholfen? Habt Ihr noch weitere Hinweise oder Kritik? Ist irgendwas unklar geblieben? Gibt es noch ein Thema, welches die Serie noch ergänzen sollte? Ich freue mich auf Euer Feedback!

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Bausparvertrag Teil 4: Richtig vergleichen https://www.kleiner-hai.de/2017/03/bausparvertrag-teil-4-richtig-vergleichen/ https://www.kleiner-hai.de/2017/03/bausparvertrag-teil-4-richtig-vergleichen/#comments Mon, 06 Mar 2017 13:49:45 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=645 Obwohl in den vergangen Teilen dieser Serie bereits angewendet, soll es hier nochmals grundlegend um das Vergleichen von Finanzierungen mit Bausparverträgen gehen. Ziel dieses Artikels ist es, eine Landkarte für das Labyrinth der Finanzierungsvergleiche zu liefern. Wie man Angebote zum weiterlesen...

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Obwohl in den vergangen Teilen dieser Serie bereits angewendet, soll es hier nochmals grundlegend um das Vergleichen von Finanzierungen mit Bausparverträgen gehen. Ziel dieses Artikels ist es, eine Landkarte für das Labyrinth der Finanzierungsvergleiche zu liefern. Wie man Angebote zum Thema Bausparen für die Zukunft (Teil 2) vergleicht, könnte nochmal ein eigener Artikel werden, habe ich aber bisher nicht geplant.

Wer die ersten Teile dieser Serie noch nicht gelesen hat, findet in Teil 1 einen Einstieg in das Thema Bausparen. Wer das Modell Bausparen zur Zinsbindung noch nicht kennt, sollte vor diesem Artikel Teil 3 wenigstens kurz überfliegen.

Vergleichen: Bausparen zur Zinsbindung

Bei der Suche nach der richtigen Finanzierung stellen sich immer wieder zwei Fragen: Ist dieses Angebot gut und ist dieses Angebot das richtige für mich. Denn was nützt mir das beste Angebot für eine 30-jährige Zinsbindung, wenn ich genau weiß, dass ich in einem Jahren schon wieder verkaufen möchte. Leider ist die Sache in der Realität häufig nicht so eindeutig. Wer eine Immobilie langfristig halten möchte, könnte beispielsweise sowohl mit einer 10-jährigen als auch mit einer 30-jährigen Zinsbindung gut fahren. Für den Vergleich zwischen verschiedenen Strategien ist es natürlich wichtig die jeweils besten Angebote miteinander zu vergleichen. Und zwar nicht Schaufensterpreise, sondern Angebote, welche man selbst für seine eigene Immobilie bekommen hat. Bei reinen Annuitätendarlehen ist der Vergleich recht simpel. Bausparverträge machen die Sache aber deutlich komplizierter. Hier gibt es zwei interessante Vergleiche: Zwei verschiedene Bausparmodelle miteinander (Apfel-Apfel) sowie Bausparen mit Annuitätendarlehen (Apfel-Birne).

Apfel-Apfel: Bausparmodelle vergleichen

Wie schon in Teil 3 beschrieben, sollte man Angebote für das Bausparmodell immer als Paket begreifen. Es ist also wenig hilfreich, ein Angebot für einen Bausparvertrag von der einen Bank mit dem einer anderen zu vergleichen, ohne das Tilgungsaussetzungsdarlehen (TA-Darlehen) jeweils mit zu vergleichen. Das gilt sogar für verschiedene Angebote der gleichen Bank. Wenn ich Angebote miteinander vergleiche, mache ich mir eine Tabelle wie die folgende (wenn keine Einheit dann Euro):

Name Summe Mtl. Belast. Zinsen TA-Darl. Zinsen Bauspard. Zinsen gesamt Dauer
Rot 1 167.000 704 17.973 31.784 49.758 26,5 J
Rot 2 167.000 641 14.962 48.216 63.179 31,3 J
Gelb 1 167.000 769 55.416 5.264 60.681 24 J
Gelb 2 167.000 651 55.416 22.266 77.682 31 J

Nicht berücksichtigt sind hier weitere Gebühren wie die Abschlussgebühr und Ähnliches. Im ersten Moment geht es ja auch darum einen Überblick zu bekommen. Danach kann man sich die interessanteren Angebote dann noch im Detail anschauen. Was eigentlich1 unbedingt noch in die Tabelle gehört, ist die monatliche Belastung in der Darlehensphase des Bausparvertrags. Ich habe ein Angebot bekommen (hier nicht mit in der Tabelle), das wirklich spitze aussah, niedrige (Anfangs-)Rate und niedrige Kosten hatte, bei dem dann aber mit Beginn der Rückzahlung des Bauspardarlehens die Rate um fast 200 € gestiegen ist. Die Belastung in der zweiten Phase sollte man also auch in die Tabelle aufnehmen. Noch etwas komplizierter wird die Tabelle dann, wenn man unterschiedlich strukturierte Angebote bekommt, also beispielsweise noch KFW dazu kommt, oder ein kleines „Konsumdarlehen“ um den Hauptteil unter eine bestimmte Beleihungsschwelle zu drücken.

Eigentlich ist die Sache ja nicht so schwer, aber ich habe gemerkt, dass ich ohne diese Tabelle vollständig die Übersicht verliere – nicht so überraschend, wenn man sich einmal überlegt, wie viele Zahlen in der Tabelle stehen.

Interessant ist auch die Preispolitik der Banken. Bei Rot ist das TA-Darlehen extrem viel günstiger, wohingegen Gelb deutlich bessere Bausparkonditionen anbietet. Gelb scheint hier, was die Konditionen angeht weit abgeschlagen zu sein. Mit den Infos aus der Tabelle konnte ich Gelb aber sagen: „Ihr verliert das Rennen beim TA-Darlehen“, habe die Tabelle dazu angehängt und tatsächlich kam von Gelb noch ein Angebot, welches insgesamt deutlich besser war, als die ersten beiden Angebote. Eine solche Vergleichstabelle ist also nicht nur für die eigene Übersicht, sondern auch für Verhandlungen sehr geschickt.

Apfel-Birne: Bausparmodell und Annuitätendarlehen

Der Vergleich von Bausparmodell mit einem Annuitätendarlehen kann mehrere Funktionen erfüllen. Offensichtlich ist die Funktion, ein Bausparmodell-Angebot mit einem Angebot für ein Annuitätendarlehen zu vergleichen.  Hier ist also der „Vergleichszinssatz“ gesucht. Genauso interessant ist aber der Grenzzinssatz für die Risikoanalyse. Für beide Fälle gibt es bereits in Teil 3 ein Beispiel.

Beide Male stellt sich die Frage, wie ein fairer Vergleich aussieht. Idealerweise hätte ich die gleiche Laufzeit, die gleiche monatliche Belastung und natürlich die gleichen Gesamtkosten. Dass das nicht funktioniert, merkt man schnell, wenn man mit den Tilgungsrechnern im Internet spielt. Denkt man einen Moment darüber nach, ist das auch nicht verwunderlich, da beide Formen ja ganz anders funktionieren.

Exkurs: Rechnen mit Annuitätendarlehen

Peinlich berührt habe ich mich schon manches mal dabei erwischt, dass ich zu viele Größen gleichzeitig fixieren wollte. Für alle, die vielleicht manchmal ähnliche Probleme haben, habe ich folgende Tabellen erstellt. Wer das zu trivial findet, scrollt einfach drüber.

In der folgenden Tabelle bedeutet rot gesucht und grün gegeben. Um Missverständnisse zu vermeiden hier noch eine kleine Legende:

  • Zinsen => Zinssatz
  • Tilgung => anfängliche Tilgung  (in Prozent)
  • Rate => monatliche Rate (Zins + Tilgung)
  • Dauer => Laufzeit des Darlehens bis zur Volltilgung
  • Gesamtkosten => Zinsen über die gesamte Laufzeit, ohne weitere Gebühren
  • Grün => Gegeben
  • Rot => Gesucht

Die sind die „langweiligen“ Varianten, bei denen man nur „gerade aus“ rechnen muss:

Betrag Zinsen Tilgung Rate   Dauer Gesamtkosten
Betrag Zinsen Tilgung Rate   Dauer Gesamtkosten
Betrag Zinsen Tilgung Rate   Dauer Gesamtkosten
Betrag Zinsen Tilgung Rate   Dauer Gesamtkosten

Ist die Dauer auch gegeben, habe ich ein paar Freiheiten mehr:

Betrag Zinsen Tilgung Rate   Dauer Gesamtkosten
Betrag Zinsen Tilgung Rate   Dauer Gesamtkosten
Betrag Zinsen Tilgung Rate   Dauer Gesamtkosten
Betrag Zinsen Tilgung Rate   Dauer Gesamtkosten
Betrag Zinsen Tilgung Rate   Dauer Gesamtkosten

Folgende Variante mit gegebener Dauer geht allerdings nicht, da die Fragestellung nicht hinreichend spezifiziert ist (es wäre jede Darlehenshöhe möglich):

Betrag Zinsen Tilgung Rate   Dauer Gesamtkosten

Besonders interessant wird es, wenn Dauer und Gesamtkosten gegeben sind:

Betrag Zinsen Tilgung Rate   Dauer Gesamtkosten
Betrag Zinsen Tilgung Rate   Dauer Gesamtkosten
Betrag Zinsen Tilgung Rate   Dauer Gesamtkosten
Betrag Zinsen Tilgung Rate   Dauer Gesamtkosten

Zurück zum fairen Vergleich

Aus den obigen Tabellen, kann man jetzt die Varianten raus suchen, die einem für den jeweiligen Vergleichszweck besonders interessant erscheinen. Häufig dürften das diese beiden sein:

Betrag Zinsen Tilgung Rate   Dauer Gesamtkosten
Betrag Zinsen Tilgung Rate   Dauer Gesamtkosten

Mit diesen Varianten kann ich die beiden folgenden Fragen beantworten:

  • Wie hoch wäre die monatliche Belastung eines Annuitätendarlehens, dass bei gleicher Dauer die gleichen Kosten verursacht?
  • Wie hoch wären die Gesamtkosten eines Annuitätendarlehens, welches die gleiche monatliche Belastung verursacht?

Für die Berechnung des Grenzzinssatzes, bei dem ich die Frage beantworte, wie hoch müssen die Zinsen in Zukunft sein, damit sich die längere (und damit teurere) Zinsbindung lohnt, sollte man das Problem in zwei Teile zerlegen, also in einen Teil während und einen Teil nach der Zinsbindung. Dadurch kann man das Problem auf die Fälle oben zurückführen.

Warum ich Zinsrechner im Internet (und Bänkern) nicht mit Berechnungen vertraue, die einen Folgezins beinhalten, werde ich in einem kleinen separaten Artikel erklären.

Praktische Tipps zum Vergleichen

Viel wichtiger, als welches Tool ich zum Rechnen verwende, ist, dass ich mir zu Beginn einen Plan mache, was ich genau vergleichen möchte, damit ich nicht viel Zeit damit verbringe Unfug zu rechnen. Die Mathematik hinter Annuitätendarlehen ist nicht schwer, aber ohne Übung kann man sich trotzdem leicht verrennen.

Wichtigstes Tool ist sicherlich LibreOffice Calc bzw. Microsoft Excel. Zum Rechnen mit Annuitätendarlehen auch sehr geschickt sind spezialisierte Onlinerechner.

Wenn jemand noch weitere gute Websites kennt, würde ich mich sehr über Hinweise in den Kommentaren freuen, ich ergänze dann die Liste. Vor allem für Vergleichsrechnungen mit vorgegebenen Gesamtkosten kenne ich hier noch keine Website. Ich habe mir hierfür selbst ein Python-Skript geschrieben, welches aber viel zu buggy ist, um es zu teilen. Falls Interesse an einem solchen Rechner besteht, könnte ich auch selbst einen online stellen, falls es hier wirklich noch nichts brauchbares geben sollte.

Abschließen wird diese Serie ein Fazit im Teil 5.

Wie sind Eure Erfahrungen mit dem Vergleichen von Finanzierungsangeboten? Kennt Ihr noch weitere nützliche Tools oder Kniffe? Worauf achtet Ihr besonders?

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Bausparvertrag Teil 3: Bausparen zur Zinsbindung https://www.kleiner-hai.de/2017/02/bausparvertrag-teil-3-bausparen-zur-zinsbindung/ https://www.kleiner-hai.de/2017/02/bausparvertrag-teil-3-bausparen-zur-zinsbindung/#comments Mon, 13 Feb 2017 12:39:09 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=609 Zinsbindungen von über 15 und insbesondere von über 20 Jahren sind für Annuitätendarlehen bei den meisten Banken kaum zu bekommen. Viele Banken bieten dafür jedoch ein Modell mit Bausparen zur langfristigen Zinsbindung an. Damit können die Zinsen dann problemlos 30 weiterlesen...

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Zinsbindungen von über 15 und insbesondere von über 20 Jahren sind für Annuitätendarlehen bei den meisten Banken kaum zu bekommen. Viele Banken bieten dafür jedoch ein Modell mit Bausparen zur langfristigen Zinsbindung an. Damit können die Zinsen dann problemlos 30 Jahre gebunden werden.

Aber ist das auch bezahlbar? Dieser Teil der Bauspar-Serie beschäftigt sich mit den Vor- und Nachteilen dieses Modells. Wer sich noch nicht so gut mit Bausparverträgen auskennt, sollte vielleicht zuerst kurz Teil 1 dieser Serie anschauen.

So funktioniert das Modell

Die langfristige Zinsbindung erfolgt über einen Bausparvertrag. Bei Abschluss des Bausparvertrags steht nämlich schon fest, wie hoch die Darlehenszinsen bei Auszahlung des Darlehens in 10 oder 15 Jahren sein werden. Damit kann man also die Zinsen beispielsweise von Jahr 15 bis Jahr 30 festschreiben. Gleichzeitig mit Abschluss des Bausparvertrags wird ein Tilgungsaussetzungsdarlehen (TA-Darlehen), auch endfälliges Darlehen genannt, aufgenommen. Dieses Darlehen wird über die selbe Summe abgeschlossen, wie der Bausparvertrag. Dauer der Zinsbindung und Fälligkeit des Darlehen werden so vereinbart, dass das Darlehen zum Zeitpunkt der voraussichtlichen Zuteilungsreife des Bausparvertrags (siehe Teil 1) ausläuft.

So ein Bausparvertrag muss natürlich auch bespart werden. Dafür wird das Geld verwendet, welches eigentlich in die Tilgung des Darlehens gehen würde. In der Praxis wird das dann so gemacht, dass der Kunde sich zu einer bestimmten monatlichen Sparsumme verpflichtet und der Bausparvertrag an die finanzierende Bank abgetreten wird.

Verlauf von endfälligem Darlehen und Bausparvertrag
Verlauf von endfälligem Darlehen und Bausparvertrag

Die einzelnen Zinssätze, die in diesem Modell zum Tragen kommen, also Zinssätze für TA-Darlehen, Bausparguthaben und Bauspardarlehen sind nicht ganz intuitiv zu verstehen. Der Zinssatz für das TA-Darlehen beispielsweise schlägt viel stärker zu Buche, als ein nominal gleicher Zinssatz für ein Annuitätendarlehen, da der Tilgungsersatz nicht wie eine echte Tilgung die Darlehenslast senkt. Dagegen kommt das (günstigere) Bauspardarlehen viel weniger zum Tragen als naiv angenommen, da das Bauspardarlehen typischer Weise nur noch über ca. 50 % bis 60 % der Bausparsumme geht und dazu noch recht zügig getilgt wird.

Darum, wie man methodisch korrekt solche Modelle vergleicht, wird es im Teil 4 dieser Serie gehen.

Steueraspekte

Ein gerne genanntes Argument für das Modell ist die Steuerersparnis. Der konstant hohe Zinsanteil ist für die Vermietung natürlich schön zum Abschreiben. Dagegen wird bei einem Annuitätendarlehen der Zinsanteil immer geringer und man kann immer weniger abschreiben. Allerdings ist die Freude über die großen Abschreibungen für mich nicht ganz nachvollziehbar. Klar ist es schön, wenn ich für einen ausgegebenen Euro wieder 40 bis 50 Cent zurück bekomme. Hätte ich den Euro aber erst gar nicht ausgegeben, stünde ich trotzdem besser da.

Beispiel

Möchte man nun einschätzen wie gut das Modell im Vergleich zu Annuitätendarlehen funktioniert, so kommt man um ein konkretes Beispiel nicht umhin. Wie auch schon in Teil 2 gilt hier, dass ich natürlich nicht sicher sein kann, dass es sich um „das Beste“ Angebot handelt, aber ich bin recht sicher, dass es ein sehr wettbewerbsfähiges Angebot ist.

Das Bausparmodell

Die zu finanzierende Summe ist wieder 117.000 Euro, da das Beispiel aus einer echten Finanzierung stammt. Wie oben beschrieben besteht das Modell aus einem endfälligem Darlehen (TA-Darlehen) zur Finanzierung der ersten 15 Jahre und aus einem Bausparvertrag. Für beide Komponenten findet man einzeln sicherlich bessere Angebote. Das Zusammenstückeln über verschiedene Banken hinweg dürfte in der Praxis aber relativ schwierig sein. Zum einen möchte man seinen Bänker ja nicht völlig „vergraulen“ – insbesondere bei eher kleinen Summen wie dieser, die dem Bänker viel Arbeit und relativ wenig Gewinn bringen. Zum anderen dürfte sich die Sicherung schwierig gestalten, wenn wie hier eine 100%-Finanzierung gemacht wird und der Blanko-Anteil2 ohnehin schon nicht zu vernachlässigen ist. Wer mehr Sicherungen einbringen kann, als das zu finanzierende Objekt, kann hier vielleicht derartige „Spiele“ machen. Allerdings ist dann auch fraglich, ob dieses Modell überhaupt noch interessant ist. Jetzt aber zu den Details der beiden Komponenten.

Komponente 1: Das endfällige Darlehen:

Dieses Darlehen wird für die ersten 15 Jahre zur Finanzierung verwenden.

  • Betrag 117.000 €
  • Laufzeit und Zinsbindung 15 Jahre
  • 1,75 % Sollzins ergeben 170,63 € monatliche Rate
  • Zinsen über 15 Jahre: 30.713,40 €
  • keine Tilgung während der Laufzeit

Komponente 2: Bausparvertrag

Statt der Tilgung wird die ersten 15 Jahre über der Bausparvertrag bespart. Die Details des Bausparvertrags sind schon ausführlich in Teil 2 beschrieben, hier daher nur noch einmal kurz die wichtigsten Kerndaten:

  • 265 Euro pro Monat Sparrate über 15 Jahre
  • Rückzahlung mit 468 € pro Monat in 14 Jahren und 7 Monaten
  • Gesamte Darlehenszinsen: 12.533,23 €
  • 1% Abschlussgebühr, also 1.170 € fällig zu Vertragsabschluss
  • 9 € pro Jahr Gebühren (wird von Zahlungen abgezogen), also ca. 270 € über ca. 30 Jahre
  • Guthabenszinsen in der Ansparphase von insgesamt 356,14 €.

Die Rückzahlung von 468 € pro Monat erscheint gegenüber der Sparrate von 265 € deutlich höher. Aber man darf dabei nicht vergessen, dass dafür auch die Zinsen für das TA-Darlehen wegfallen. In den ersten 15 Jahren ist die monatliche Belastung also 265€ (Sparrate) + 170,63 € Zinsen = 435.63 €. Für den zweiten Abschnitt ist die Belastung dann also rund 32 € höher.

Dass die Belastung in der zweiten Phase höher ausfällt, ist bei diesem Modell typisch. Hier ist die Erhöhung mit 32 € sehr moderat. Wenn man nicht aufpasst, kann die Erhöhung hier aber auch problemlos mehrere hundert Euro betragen. Das sind dann Angebote die bei allen anderen Faktoren glänzen. Super Effektivzins, beste Konditionen. Aber eine untragbare Belastung für die zweite Phase. Daher hier auf jeden Fall darauf achten. Eine Nachfrage beim Bänker kann die monatliche Belastung gegenüber dem ersten Angebot auch deutlich senken –  gegen einen Aufpreis in den Gesamtkosten versteht sich.

Gesamtkosten

Zählt man alle Kosten zusammen, also hauptsächlich die Zinsen für die beiden Darlehen, aber auch alle anderen hier genannten Kosten und zieht davon dann (mehr der Form halber als wegen des großen Effekts) die Guthabenszinsen hab, erhält man die Gesamtkosten. Hier sind das 44.330,49 € Gesamtkosten.

Der Vergleich

Jetzt liegen alle Fakten auf dem Tisch um einen Vergleich durchführen zu können. Doch mit was sollte man vergleichen? Als heute üblichste Form der Immobilienfinanzierung eignet sich sicherlich das Annuitätendarlehen am besten als Vergleich. Zwei Vergleiche erscheinen hierbei interessant:

  • Wie hoch müssten die (konstanten) Zinsen über die gesamte Laufzeit sein, damit sich die gleichen Kosten ergeben (Vergleichszins)?
  • Hätte man statt des Bausparvertrags ein Annuitätendarlehen mit 10-jähriger Zinsbindung gewählt, würde sich der Zinssatz nach 10 Jahren ändern. Wie hoch müsste der neue Zinssatz ausfallen, damit die gleichen Kosten entstehen (Grenzzinssatz)?

Vergleichszins

Welche Bedingungen müssen also für einen fairen Vergleich erfüllt sein? Wichtig ist natürlich, dass wir das Geld über den gleichen Zeitraum ausleihen. Außerdem sollen die Gesamtkosten gleich hoch sein. Damit ist dann schon automatisch sichergestellt, dass auch die monatliche Belastung vergleichbar ist.

Die Berechnung ergibt hierfür einen Vergleichszins von 2,3%.

Diesen Vergleichszinssatz sollte man immer selbst berechnen, da verschiedene Banken unter Umständen unterschiedliche Kosten berechnen oder den Vergleichszinssatz nur auf bestimme Teilabschnitte beziehen.

Möchte man jetzt wissen, wie gut oder schlecht der hier berechnete Vergleichszins ist, muss man noch ein paar Kerndaten des Investments, berücksichtigen, da man für 60% Beleihung natürlich ganz andere Konditionen bekommt als bei einer 100% Finanzierung. Das Beispiel hier stammt aus einer 100%-Finanzierung, ist aber trotzdem nur einer von zwei Bausteinen.

Einschub: Der Trick mit der KFW

KFW-Darlehen werden immer über die finanzierende Bank „durchgeleitet“, niemals direkt bei der KFW abgeschlossen. Und obwohl die Bank für das KFW-Darlehen gegenüber der KFW haftet, schieben manche Banken3 in der internen Bewertung das KFW-Darlehen hinter das eigene Darlehen. Das hat dann zur Folge, dass das Bankdarlehen günstiger wird, da es voll besichert ist, wohingegen das KFW-Darlehen mit den fixen Konditionen4 rechnerisch im Blankobereich liegt.

Bei dem hier vorgestellten Beispiel, geht es um ein Objekt, welches 167.000 € kostet. Mit 50.000 € aus dem KFW-Programm 124 (Eigenheimförderung) bleiben dann noch die bekannten 117.000 Euro. Dies sind ca 70% von der Gesamtsumme. Überrascht hat mich, dass dieser Trick wohl nicht nur bei der Bank vor Ort, sondern auch im Netz zu funktionieren schein, wie der folgende Vergleich bei FMH zeigt:

Zinsbindung 167.000 € ohne KFW 117.000€ + 50.000€ KFW5
10 Jahre 1,76 % bei der interhyp 1,59 % bei der Gladbacher Bank
30 Jahre 3,48 % bei der interhyp 2,58 % bei der Gladbacher Bank

Die Konditionen für den KFW-Anteil sind mit 1,5% Zinsen auf 10 Jahre nicht gerade umwerfend, aber sorgen doch dafür, dass das Gesamtangebot deutlich besser wird.

Zurück zum Vergleichszins

Um das Bausparmodell mit den hier ermittelten Zinsen zu vergleichen, sollten wir noch eine zeitliche Korrektur vornehmen. Das Angebot zum Bausparmodell ist ca. 3 Monate älter als die hier dargestellten Konditionen. In diesen drei Monaten sind die Zinsen um ca. 0,3 Prozentpunkte gestiegen. Im Rahmen der Messgenauigkeit sind die 2,58 % bei der Gladbacher Bank also gleich gut wie der ermittelte Vergleichszins von 2,3%.

Gleichstand also.

Berechnung des Grenzzinssatzes

Bisher haben wir die langfristige Zinsbindung mit Bausparmodel mit der langfristigen Zinsbindung bei einem Annuitätendarlehen verglichen. Jetzt kommt die Glaskugelfrage: Wie sieht der Vergleich mit einer 10-jährigen Zinsbindung aus. Berechnet wird jetzt also wie hoch der Zinssatz für die restlichen 20 Jahre sein muss, damit die Gesamtfinanzierung unter Berücksichtigung des günstigeren Zinssatzes der ersten 10 Jahre wieder gleich teuer ist. Oder anders ausgedrückt: Liegen die Zinsen in 10 Jahren über dem Grenzzinssatz freut sich der Nutzer des Bausparmodells.

Für das Annuitätendarlehen verenden wir den oben ermittelten 10-jährigen Zinssatz von 1,59 % bei der Gladbacher Bank. Um die Vergleichbarkeit herzustellen, ziehen wir aber knapp 0,3 Prozentpunkte ab und rechnen also mit 1,3% Zinsen für die ersten 10 Jahre. Zur Wahrung der Vergleichbarkeit, übernehmen wir die Rate von oben.

Rate 454,46 €
Zinsen 1,3 %
Restschuld am Ende der Sollzinsbindung 75.028,40 €
Zinsen bis zum Ende der Sollzinsbindung 12.563,60 €

Nun möchten wir wissen, wie hoch müssen die Zinsen sein, damit ich bei gleicher Restlaufzeit, also 19 Jahre 7 Monat, für ein Darlehen von 75.028,40 € soviel Zinsen bezahle, dass ich insgesamt wieder bei 44.330 Euro Gesamtkosten raus komme.

Der Grenzzinssatz beträgt: 3,83%.

Die Kosten für das Darlehen betragen bei 3,83% Zinsen und einer Laufzeit von 19 Jahre 7 Monat  31.755,60 €. Zusammen mit den 12.563,60 € für die ersten 10 Jahren sind die Gesamtkosten dann bei 44319,20 €. Das darf als gleich hoch durchgehen.

Ist das jetzt gut oder schlecht?

Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Meine erste Reaktion war: „Was, so viel?“. Doch man sollte sich die historische Zinsentwicklung ins Gedächtnis rufen:

Zinsverlauf seit 1973
Quelle: Baufi24.de

Dargestellt sind hier nicht die Endkundenkonditionen, sondern die DGZF-Pfandbriefrendite, welche aber als guter Indikator für die Kreditkonditionen gilt.

Ich nehme aus dem Chart mit: Zinsen können sehr schnell stark schwanken, aber es ist auch ein recht langfristiger Abwärtstrend zu erkennen. Was bedeutet das? Ich will mich an dieser Stelle nicht zu Kaffesatzleserei hinreißen lassen, sonst klingt das am Ende noch so wie die Aktienanalyse bei meinem Namensvetter.

Fazit

Während es sich im vorherigen Teil der Serie herausgestellt hat, dass das klassische Bausparen gegenüber dem Aktiensparen nicht besonders gut abschneidet, zeigt sich hier, dass das Bausparmodel zur langfristigen Zinsbindung bestens geeignet ist. Nicht viele Banken bieten eine 30-jährige Zinsbindung an. Das Bauspar-Modell kann dafür ein sehr guter Workaround sein.

Natürlich wäre es noch viel cooler, statt Bausparen Aktiensparen als Tilgungsersatz zu verwenden. Davon konnte ich zumindest (bei meinen 100%-Finanzierungen) meine Bänker noch nicht überzeugen. Möglich gewesen wären irgendwelche „krummen Nummern“ mit seltsamen kapitalbildenden Versicherungen. Das habe ich mir dann aber nicht genauer angesehen.

Wie sinnvoll eine derartig langfristige Zinsbindung ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen ist da natürlich die Erwartung wie es mit den Zinsen weitergeht. Dann kommt natürlich noch die Risikobereitschaft dazu. Zum einen, meine eigene. Und dann die des Gesetzgebers. Durch die europäische Wohnkreditrichtlinie kann es durchaus sein, dass die Bank sagt mit Bausparen ja, ohne nein6. Denn die Banken müssen eine angenommene Entwicklung nach Ende der Zinsbindung auch bei der Entscheidung berücksichtigen.

Glücklicherweise muss eine solche Entscheidung ja auch nicht Hop oder Top sein. Es könnte durchaus eine gute Idee sein, einen Teil der Finanzierungssumme mit kürzerer Zinsbindung und einen Teil mit längerer Zinsbindung abzuschließen. Wenn die finanzierende Bank gute Konditionen hierfür anbietet, sprich nichts dagegen diese langfristige Zinsbindung dann über das Bauspar-Modell zu realisieren.

In Teil 4 der Serie geht es dann ausführlich darum, wie man verschiedene Angebote möglichst korrekt vergleicht.

Habt Ihr schon Erfahrungen mit diesem Modell gemacht? Was denkt Ihr über derart langfristige Zinsbindungen?

 

Update 13.03.17: Einen wichtigen Hinweis gibt Swantje B. (vielen Dank!) in den Kommentaren: Bei dem hier vorgestellten Bausparmodell sind Sondertilgungen im Regelfall nicht möglich. Dies ist ein deutlicher Nachteil gegenüber Annuitätendarlehen. Selbst wenn man nicht plant die Sondertilgungen zu nutzen macht das die Vorfälligkeitsentschädigung deutlich teurer.

Wer bei einem Annuitätendarlehen die Sondertilgung (üblicherweise 5% kostenlos) regelmäßig in voller Höhe nutzen würde, hätte bei einer regulären 2%-Tilgung nach 10 Jahren (bei 1,5% Zinsen) schon 75% getilgt. Dann lohnt sich eine so lange (und damit teurere) Zinsbindung vermutlich ohnehin nicht mehr.

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