Bücher Archives - Der kleine Hai https://www.kleiner-hai.de/category/buecher/ Immobilien, Finanzen und Freude am sparsamen Leben Sat, 26 May 2018 09:15:52 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.1.9 Buchrezension: Der Finanzwesir – Was Sie über Vermögensaufbau wirklich wissen müssen https://www.kleiner-hai.de/2018/05/buchrezension-der-finanzwesir-was-sie-ueber-vermoegensaufbau-wirklich-wissen-muessen/ https://www.kleiner-hai.de/2018/05/buchrezension-der-finanzwesir-was-sie-ueber-vermoegensaufbau-wirklich-wissen-muessen/#respond Sat, 26 May 2018 08:15:41 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=935 Ein neues Buch vom Finanzwesir? Nein. Neu ist nur, dass ich es jetzt endlich auch gelesen habe. Hier meine Rezension zum Buch „Der Finanzwesir – Was Sie über Vermögensaufbau wirklich wissen müssen“. Albert Warnecke, besser bekannt als der Finanzwesir, gliedert weiterlesen...

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Ein neues Buch vom Finanzwesir? Nein. Neu ist nur, dass ich es jetzt endlich auch gelesen habe. Hier meine Rezension zum Buch „Der Finanzwesir – Was Sie über Vermögensaufbau wirklich wissen müssen“.

Cover des Buchs "Der Finanzwesir - Was Sie über Vermögensaufbau wirklich wissen müssen"
„Der Finanzwesir – Was Sie über Vermögensaufbau wirklich wissen müssen“.

Albert Warnecke, besser bekannt als der Finanzwesir, gliedert sein Buch* gemäß den von ihm definierten fünf Ebenen der Geldanlage. Als unterste Ebene bildet die „Anlagepolitik“ das Fundament der Pyramide. Darauf aufbauend folgen dann die Ebenen „Aktien und Anleihenmix“, „Umsetzungsstrategie – aktiv oder passiv?“ und „konkrete Produktauswahl“. Als letzte Ebene bildet „Kauf / Verkauf“ die Spitze der Pyramide.

Anlagepolitik

In diesem Kapitel geht’s ums ganz Große: Familie und Haus oder doch Arbeit im Ausland? Finanzielle Unabhängigkeit oder Verschwendertyp? Zwei Dinge hat der Finanzwesir hier untergebracht. Eine kleine Anleitung zur Selbstanalyse: Was sind meine Ziele im Leben? Was habe ich die nächsten Jahre vor? und einen Crash-Kurs in Geldbildung: „Ein gutes Gehalt mit einem studentischen Lebensstil: das schafft Vermögen. Reichwerden bedeutet: Verzicht auf einen altersgemäßen Lebensstil.“

Aktien und Anleihenmix

Während die vorige Ebene den Menschen, seine Gewohnheiten und seine Ziele beleuchtet hat, könnte man dieses Kapitel als kleines Börsen- und Finanzeinmaleins bezeichnen. Der Finanzwesir erklärt was Assetklassen sind und stellt die wichtigsten vor: Neben Aktien, Anleihen und Rohstoffen dürfen natürlich auch Immobilien und alternative Anlageformen nicht fehlen. Die Einführung in die Börsenwelt ist gut, verständlich und dank des lockeren Finanzwesir-Stils auch keine zu trockene Angelegenheit („Das Argument Ich will keinen Ölsee im Garten, ich kaufe nur einen Terminkontrakt gilt nicht.“). Die anschließenden Ausführungen zu den alternativen Investments, insbesondere zu Crowd-Investing und P2P-Krediten ziehen sich jedoch sehr, insbesondere da es nur darum geht diese – gut begründet – zu verwerfen.

Nach dieser Einführung geht es wirklich um den Anlagenmix. Risikoarmer Teil mit Tagesgeld, Festgeld und Anleihen. Der risikobehaftete Anteil geht ins (vereinfachte) kommersche Weltportfolio. So weit so gut. Man mag dem Finanzwesir verzeihen, dass er sich damit ein wenig selbst zu vor kommt. Schließlich sollte es eigentlich erst in der nächsten Ebene um die „Umsetzungsstrategie – aktiv oder passiv?“ gehen. Während das Weltportfolio als Krönung des passiven Ansatzes nur ein bisschen zu früh dran ist, ist der Screenshot zur ETF-Auswahl bei JustETF ganze zwei Kapitel zu früh dran. Die konkrete Produktauswahl ist Ebene vier. Dabei sind wir hier gerade erst am Ende von Ebene zwei angekommen. Dies ist eine von mehreren Stellen im Buch, die es dem Leser erschweren der Struktur des Buches zu folgen.

Umsetzungsstrategie – aktiv oder passiv?

Das Kapitel „Umsetzungsstrategie – aktiv oder passiv?“ ist das Glaubensbekenntnis eines passiven Anlegers. Ganz im Sinne Kommers wird erklärt, warum Stock Picking und Market Timing nicht funktionieren. Gut nachvollziehbar wird vorgerechnet wie wichtig Kosten sind und anschaulich demonstriert, warum die Stars unter den Fond-Managern wahrscheinlich eher Glückspilze als Investment-Genies sind. Im Abschnitt „Das harte Leben eines aktiven Anlegers“ dreht der Finanzwesir den Spieß um und beschreibt auf gewohnt amüsante Weise eine ganze Reihe von Psycho-Fallen, die auf aktive Anleger warten. Wer hiervor noch nicht zurückschreckt, der bekommt am Ende des Abschnitts dann sogar Baumarkt, Segel- und Fußballverbot und darf seine Freunde nur noch selten sehen. Zu beschäftigt ist „der Aktive“, wenn es nach dem Finanzwesir geht.

Konkrete Produktauswahl

Wer sich auf dieses Kapitel gefreut hat, weil es jetzt endlich konkret wird, muss leider noch etwas warten. Bevor es um die spannende Produktauswahl bei den ETFs geht müssen erst noch rund 15 Seiten wider Zinshopping, bulgarisches Tagesgeld und Zinsportale überstanden werden. Eigentlich angenehm zu lesen, aber zumindest ich hatte das Gefühl: „Ich will, dass es jetzt endlich los geht“. Zumal die Problematik schon in Ebene zwei kompakt skizziert wurde. Auch die Frage „Passt die Geldanlage zu mir?“ mit Punkten wie „Möchten Sie ein Haus bauen oder sind Sie Berufsnomade?“ löste bei mir ein Dejavu aus. Was hier nochmal auf einer Seite im Schnelldurchlauf besprochen wird, war eines der Kernthemen in Ebene zwei.

Dann geht es endlich los. Der Finanzwesir erklärt die nicht ganz intuitiv benannte Index-Familie von MSCI mit einer schönen Grafik. Auch einige andere bekannte Indizes werden kurz vorgestellt. Dann stellt er vier Musterdepots vor mit ein, zwei, drei oder vier ETFs und erklärt schön kompakt deren Vor- und Nachteile. Auch ein Sechser-Depot stellt er vor, rät davon aber ab.

Nachdem ich den Kommer gelesen hatte, war ich davon überzeugt, dass ich ein Depot mit mindestens 6 ETFs brauche. Auch wenn ich ja eigentlich alles schon im Finanzwesir-Blog gelesen hatte, so hat mich jetzt doch diese kurze und kompakte Aufstellung in seinem Buch* davon überzeugt: Mir reichen zwei ETFs!

Kauf und Verkauf

Das letzte Kapitel widmet sich dem ganz konkreten Kauf von ETFs. Es erklärt Begriffe wie Broker, Depot und Verrechnungskonto bevor es sich der „schwierigen“ Frage der Broker-Wahl zuwendet. Mit ein paar Beispielrechnungen werden Gebührenvergleiche der großen, deutschen Discountbroker durchgeführt. Das Buch empfiehlt jedoch – wie zu erwarten – keinen bestimmten Broker sondern macht deutlich, dass diese Entscheidung die unwichtigste im gesamten Prozess (von Ebene eins bis fünf) ist.

Auch bei der Entscheidung ob Sparplan oder manuelles Kaufen unterstützt das Buch. Nach dem Rebalancing fehlt dann nur noch das allseits beliebte Thema Steuern. Hier empfiehlt der Finanzwesir nicht allzu viel Leidenschaft zu entwickeln und sich statt dessen aufs Geldverdienen zu konzentrieren (Carl Benz war auch kein Steuerspar-Käpsele).

Inhaltliche Kritik

Während ich mit nahezu allem übereinstimme was der Finanzwesir in seinem Buch erklärt, gibt es doch zwei Punkte, die ich etwas anders sehe. Der erste Punkt war nur eine kleine Randnotiz im Buch: Der Verschwendertyp, der alles Geld verprasst, statt es zu sparen und zu investieren, sei – wenn schon nicht für sich selbst – wenigstens für die Volkswirtschaft nützlich. Zu diesem Thema hat sich auch schon Mr. Money Mustach (MMM) Gedanken gemacht. Ich kann nicht sagen ob er recht hat, aber MMM zeichnet eine rosige Zukunft, für den Fall, dass wir alle frugal (das Gegenteil des Verschwendertyps) werden.

Selbst genutzte Immobilien

Wie könnte es anders sein, ich habe auch noch ein paar Anmerkungen zu dem was der Wesir in seinem Buch über Immobilien schreibt.

Einleitend heißt es im Buch: „[Die selbst genutzte Immobilie] ist die größte finanzielle Entscheidung, die die meisten von uns jemals treffen und deren Folgen einen jahrzehntelang begleiten werden.“ Gerald Hörhan hat in seinem Buch Investment Punk* schon darauf hingewiesen, dass diese Art zu denken sehr schnell zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden kann. Davon abgesehen ist es leider wahr.

Weiter heißt es im Buch „Man zahlt eine Immobilie nicht nebenbei ab. Wertpapier-Depot + Immobilienkreditschulden = Spekulation auf Kredit an der Börse. […] Man versucht unter allen Umständen, die Immobilie schuldenfrei zu bekommen, weil man so seine Handlungsfähigkeit wiedererlangt.“

Was einem die Handlungsfreiheit nimmt, ist nicht die selbst genutzte Immobilie per se sondern eine zu große Immobilie. Wie auch Hörhan schreibt, ist es durchaus typisch, dass das Eigenheim einen Tick zu groß ausfällt und man diesem Tick für die nächsten 25 bis 30 Jahre hinterher läuft. Ja, so kann man seine Handlungsfähigkeit verlieren. Insofern das gemeint ist, stimme ich dem Wesir zu.

Die strikte Ablehnung des Finanzwesirs von Investieren während das Haus noch nicht abgezahlt ist, kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Mehr dazu bald in einem separaten Post.

Grober Unfug

An dieser Stelle noch eine Anmerkung zu einer Grafik, die im Buch mit „Wertverlust verschiedener Konsumgüter“ untertitelt ist.

Plot Wertverlust
Mit freundlicher Genehmigung des Autors. Quelle: Der Finanzwesir – Was Sie über Vermögensaufbau wirklich wissen müssen.

Bei allem Respekt, aber diese Grafik, lieber Finanzwesir, ist grober Unfug! Erklärt wird die Grafik so: Ein Auto verliert so lange an Wert, bis es bei seinem Rohstoffwert angekommen ist. Der bleibt, daher hat es einen Restwert. Das kann ich bestätigen: ich habe für meinen alten Polo noch ca. 60 Euro auf dem Schrottplatz bekommen (tragische Geschichte ;). Elektrische Geräte Enden bei Null. Die kann man kostenlos entsorgen. Und Häuser? Die muss man abreisen und das kostet Geld. Deswegen negativer Restwert.

Die Idee ist theoretisch schon richtig, aber die Zeitachse stimmt überhaupt nicht. In der Grafik erreicht das Auto seinen Restwert und das Elektrogerät Null in etwa zum gleichen Zeitpunkt wie das Haus die Null unterschreitet. Mein Auto war fast 20 Jahre alt, als es seinen Restwert erreicht hatte. In diesem Alter kann man noch von einer „jugendlichen Immobilie“ sprechen. Auf einer linearen Zeitachse würde man in der Grafik gar nicht mehr sehen, wie die Immobilie die Null unterschreitet.

Dazu kommt: Selten hat ein Eigentümer eine Immobilie ohne Eigentum(santeile) am Grund und Boden. Und das wird in den aller meisten Fällen den negativen Wert der Immobilie (weit) aufwiegen.

Ich halte mieten statt kaufen auch für einen sehr guten Weg zum Vermögensaufbau, aber hier ist der Finanzwesir deutlich übers Ziel hinaus geschossen.

Fazit

Größter Kritikpunkt am Buch ist die Struktur. Immer wieder musste ich beim Lesen zurück zum Inhaltsverzeichnis gehen, um mir klar zu machen, wie das gerade in den Kontext des gesamten Buchs einzuordnen ist. Auch die eine oder andere gefühlt unbeabsichtigte Wiederholung hat zu diesem Eindruck beigetragen.

Dennoch hat es mir großen Spaß gemacht das Buch zu lesen. Wer den einzigartigen Schreibstil des Finanzwesirs auf seinem Blog mag, der kommt in diesem Buch voll auf seine Kosten. Wer den Blog von vorne bis hinten durchgelesen hat, findet im Buch jedoch wenig Neues. Das ist aber auch in Ordnung, schließlich hat der Finanzwesir das ja genau so angekündigt.

Das Leid mit den Steuern

Sehr schade finde ich, dass der Teil mit den Steuern leider schon komplett veraltet ist, weil das einer der Teile ist, der im Vergleich zum Blog neu dazu gekommen ist. Die neue Besteuerung seit 2018 ist hier gar nicht bedacht.

Damit hat sich bewahrheitet, was der Finanzwesir schon lange predigt: „Steuergesetze haben eine kurze Halbwertszeit“. Man sollte sein Depot nicht primär danach ausrichten.

Tolles Buch zum Verschenken

Größter Vorteil aus meiner Sicht: Das Buch* kann man verschenken. Ein Link zum Blog bleibt schnell mal unbeachtet. Ein Buch das verschenkt wird, hat schon deutlich bessere Chancen Beachtung zu finden. Auch ist das Buch die perfekte Antwort auf die Frage: „Was? Börse? Das ist doch nur für Zocker!“. In Zukunft brauche ich dazu nicht mehr zu sagen als: Lies das!

Was das Buch besonders wertvoll macht: Die Kombination aus Psychologie, Lebensweisheit und Finanzen. Ein echtes Finanzwesir-Buch eben.

 

Das Buch „Der Finanzwesir – Was Sie über Vermögensaufbau wirklich wissen müssen“ von Albert Warnecke erschien 2016 im tredition-Verlag und hat 440 Seiten. Die Taschenbuchausgabe kostet 24,95 Euro und ist bei Amazon* erhältlich. Weitere Vertriebskanäle erklärt der Finanzwesir hier.

Hinweis: Ich habe das Buch vom Finanzwesir für diese Rezension auf Anfrage kostenlos erhalten. Vielen Dank hierfür!

 

 

(*) Partnerlinks: So gekennzeichnete Links machen das Produkt oder die Dienstleistung für Dich nicht teurer, aber wenn Du über diesen Link bestellst, bekomme ich eine kleine Provision. Du unterstützt damit meine Arbeit, die ich in diesen Blog rein stecke.

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Meine Lesewunsch-Liste https://www.kleiner-hai.de/2018/02/meine-lesewunsch-liste/ https://www.kleiner-hai.de/2018/02/meine-lesewunsch-liste/#comments Mon, 26 Feb 2018 10:54:49 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=573 Was liest der kleine Hai? Hier gibt es einen kleinen Einblick, der in Zukunft weiter ausgebaut und ständig aktualisiert werden wird. Mein kommentiere Lesewunschliste Einführung in die Finanzmathematik* Hier geht es mir sehr ähnlich, wie dem Couponschneider, aufgrund dessen Empfehlung weiterlesen...

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Was liest der kleine Hai? Hier gibt es einen kleinen Einblick, der in Zukunft weiter ausgebaut und ständig aktualisiert werden wird.

Mein kommentiere Lesewunschliste

    • Einführung in die Finanzmathematik* Hier geht es mir sehr ähnlich, wie dem Couponschneider, aufgrund dessen Empfehlung ich das Buch aufgenommen habe. Eigentlich ist die Finanzmathematik glaube ich kein Hexenwerk, aber das mal alles kompakt in einem kleinen Büchlein vorgerechnet zu bekommen wäre sehr schön.
    • Kaufen oder Mieten?* Bei diesem Buch kann ich leider nicht mehr sagen wer es zuerst empfohlen hat, denn es ist einfach überall. Das Fazit des Buchs ist wohl bekannt: Lifestyle-Entscheidung. Aber ich hoffe auf ein paar interessante Statistiken.
    • How To Win Friends And Influence People* Damit ich den Klassiker auch mal gelesen habe.

    • Erfolg mit Wohnimmobilien* Es ist schon länger her, dass ich das Buch in der ersten Auflage gelesen habe – deswegen habe ich die zweite Auflage des Buchs zum Anlass des Nochmal-Lesens genommen. Hier wird es eine Rezension dazu geben.

Das lese ich gerade

  • Das Finanzwesir-Buch*, weil der Blog so toll ist und ich das Buch endlich weiterempfehlen können will. Hier kommt auch bald eine Rezension dazu.

Das habe ich schon gelesen

„Oh wie schön – ein Buch! Vielen Dank für das Geschenk, aber ich habe doch schon eins.“

Nein, so schlimm ist es nicht! Diese Liste hier ist natürlich nicht vollständig. Die Idee ist eher, dass wenn ich ein Buch gelesen habe, ich dieses dann von oben nach hier unten schieben kann. Und damit die Liste nicht leer startet, hier noch der Link zu meiner ersten Rezension:

Das System Immobilie* habe ich rund um den Immopreneur-Kongress 2017 gelesen. In meiner Rezension habe ich beschrieben warum das Buch den völlig falschen Namen trägt.

Was lest ihr?

Über Vorschläge in den Kommentaren, was in dieser Liste noch fehlt, würde ich mich sehr freuen. Wer eine besonders umfangreiche Liste kommentiert empfehlen möchte, oder eine Rezension zu einem bestimmten Buch schreiben möchte, darf auch gerne einen Gastartikel verfassen. Solltet Ihr daran Interesse haben, schreibt mir am besten vorab eine E-Mail.

 

(*) Partnerlinks: So gekennzeichnete Links machen das Produkt oder die Dienstleistung für Dich nicht teurer, aber wenn Du über diesen Link bestellst, bekomme ich eine kleine Provision. Du unterstützt damit meine Arbeit, die ich in diesen Blog rein stecke.

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Buchrezension: Das System Immobilie https://www.kleiner-hai.de/2017/12/buchrezension-das-system-immobilie/ https://www.kleiner-hai.de/2017/12/buchrezension-das-system-immobilie/#comments Sat, 16 Dec 2017 11:07:19 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=804 Wer Thomas Knedel kennt, hat auch vom Buch „Das System Immobilie“ gehört, welches Thomas (fast) verschenkt. Warum das Buch den völlig falschen Titel trägt, aber trotzdem sehr lesenswert ist, erfahrt ihr hier. 3 Fun-Facts bevor es los geht Der Österreicher Roberto weiterlesen...

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Wer Thomas Knedel kennt, hat auch vom Buch „Das System Immobilie“ gehört, welches Thomas (fast) verschenkt. Warum das Buch den völlig falschen Titel trägt, aber trotzdem sehr lesenswert ist, erfahrt ihr hier.

Cover des Bucgs "Das System Immobilie"
(Partnerlink*)

3 Fun-Facts bevor es los geht

  • Der Österreicher Roberto Maier nennt die Instandhaltungsrücklage Reparaturfond. Sagt man das auch anderswo so?
  • Marcel Rutz bezahlt seine Verwaltungen in den USA per prozentualer Gebühr bezogen auf die Mieteinnahmen um sicherzustellen, dass diese ausreichend motiviert ist, bezüglich Vermietung und Mieterhöhungen. Ob das auch in Deutschland gehen würde?
  • Andreas Sell, der reichste Hausmeister Deutschlands, sagt: „Die Anzahl der Insolvenzen und der hohe Anteil profitloser Privatvermieter zeigen eindeutig, dass eben nicht jeder Immobilien kann!“ – sorry Steffi 😉

Das System Immobilie – Meine Lieblingskapitel

Das Buch „Das System Immobilie“ (hier zu bestellen*) besteht aus zwanzig Kapitel geschrieben von zwanzig Investoren – gestandene Profis berichten genau wie einige Junginvestoren von ihren Erfahrungen. Im Folgenden möchte ich meine Lieblingskapitel vorstellen. Das sind die Kapitel, die mir entweder inhaltlich oder vom Schreibstil besonders gut gefallen haben. Ich habe die Kapitel thematisch zusammengefasst – eine Sache, die ich beim Lesen des Buchs ein wenig vermisst habe.

Fix-and-Flip

Die Kapitel zum Thema Fix-and-Flip waren für mich besonders spannend, da ich ja kürzlich angefangen habe mich mit dem Thema zu beschäftigen und dabei gemerkt habe, dass es gar nicht so einfach ist, wie man im ersten Moment meinen könnte.

Gut zu vermieten und gut zu verkaufen muss nicht immer mit einander einhergehen. Deswegen dachte ich bisher, für ein Fix-and-Flip-Geschäft sollte ich fast ausschließlich auf die Wiederverkaufsaussichten achten. Allerdings habe ich im Kapitel von Roberto Maier gelernt, dass es auch beim Fix-and-Flip wichtig ist, dass man im Notfall das Objekt auch mit positiven Cashflow vermieten können sollte. Das ist nicht nur eine Maßnahme zum Risiko-Management sondern auch eine psychologische Unterstützung. Wer weiß, dass er im schlimmsten Fall selbst mit positivem Cashflow vermieten kann, kann bei Kaufpreisverhandlungen viel leichter hart bleiben.

Tipps von den Profis

Maximilian Loosen und Xavier de Graaf beschreiben in ihrem Artikel gut struktuiert wie bei ihnen ein Fix-and-Flip-Projekt abläuft. Standortanalyse, Cashflow-Analyse, Marktanalyse, zu allem haben sie wertvolle Tipps. Bei einem Mehrfamilienhaus ist es beispielsweise viel wichtiger als bei einer Wohnung die Bausubstanz gegen die Bauakte zu prüfen. Denn bei einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) gibt es eine ständige Kontrolle und Dokumentation von innen heraus. Das fehlt beim Mehrfamilienhaus natürlich völlig.

Zur Standortanalyse empfehlen die beiden den Wohninvestmentatlas von Dr Lübke & Kelber für die Makroanalyse und den Capital Immobilien-Kompass für die Mikroanalyse.

Bei der Verkaufspreisfindung sollte man nicht mit dem Maximum planen. Ein Verkauf leicht unter dem Marktwert erhöht das Tempo mit dem man verkaufen kann.

Sie weisen auch darauf hin, dass Fix-and-Flip „eines der riskantesten Geschäftsmodelle in der Immobilienbranche“ ist und empfehlen, sich für den Anfang erfahrene Partner zu suchen um Lehrgeld zu vermeiden.

Die Sonnenbrillen kommen

Auch bei Dr. Nico Bardowicks, dem Mann mit bunten Sonnenbrillen, geht es um Fix-and-Flip. Er beschreibt spannend anhand eines Beispiels, wie Aufteilergeschäfte mit Fix-and-Flip funktionieren. Besonders gefallen hat mir, dass er nicht nur beschreibt, wie alles abgelaufen ist, sondern auch welche Optionen er nicht gewählt hat. Das ist etwas, was mir nicht leicht fällt: Es gibt so viele Optionen, wie man vorgehen kann. Die richtige für sich selbst und das aktuelle Objekt zu finden ist nicht leicht und so fand ich es beruhigend zu sehen, dass auch Profis nicht immer im ersten Moment wissen, wie sie alles machen wollen.

Objekte mit kleinem Faktor

Über den Vortrag von Andreas Sell auf dem Immopreneur-Kongress 2017 habe ich bereits berichtet. Mein Eindruck vom Kongress hat sich beim Lesen seines Kapitels bestätigt: Er ist sehr bodenständig und warnt auch vor Risiken:

Die Gefahr, Immobilien teuer und – mit der Erkenntnis zukünftiger Jahre – vielleicht zu teuer gekauft zu haben, ist durchaus groß.

Er ist aber keinen Falls ein Bedenkenträger von der Sorte, der alles schlecht reden würde. Schließlich zeigt er selbst beeindruckend wie es geht richtig gute Deals mit Immobilien zu machen. Er kauft selbst höchstens mit Faktor 10 ein. Dass es diesen Faktor nicht geschenkt gibt ist klar: Er findet solche Faktoren entweder bei Objekten in besonderen Situationen (Instandhaltungsstau, Mietsituation, …) oder an entsprechenden Standorten. Für ihn interessant sind beispielsweise Städte mit einem schlechten Image aber kürzlich positiver Entwicklung.

Auch sehr interessant: Im Gegensatz zu den zur Zeit so beliebten 100%-Finanzierungen investiert Andreas Sell mit 40% Eigenkapital. Trotzdem erwirtschaftet er dank seiner Cashflow-starken Investments mindest 25%-EK-Rendite. Und was mir wirklich gut gefällt: Er schließt die Kredite ohne persönliche Haftung ab. Nur das jeweilige Objekt dient als Sicherheit. Nicht weil es sich selbst nicht traut – aber so trennt er Geschäft  und Privatvermögen.

Das Kapitel von Andreas Sell ist auf jeden Fall eines meiner Top-3-Kapitel aus „Das System Immobilie“ und sein Buch Der reichste Hausmeister Deutschlands* werde ich definitiv auch bald lesen.

Investieren in der Pampa

Auch Otto Hesse investiert an Standorten mit niedrigem Faktor. Oder wie er es ausdrückt: in der Pampa. Er beschreibt sehr schön, welche – auch menschlichen – Besonderheiten es bei Investments in Dörfern zu beachten gilt. Diese beiden Punkte aus seiner 10-Punkte-Liste finde ich besonders interessant. Ein Dorf muss maximal 10 bis 15 Minuten von der nächsten Autobahn entfernt sein und eine Grundschule mit 3 bis 4 Klassen pro Jahrgang haben.

Dazu hat er wirklich einen Schocker auf Lager: Bei dem Objekt welches er beispielhaft beschreibt, rechnete er mit einer Halbierung des Objektwerts in 15 Jahren. Überall steigen die Preise und Otto Hesse halbiert den Objektwert? Nein so schlimm ist es nicht. Aber er hat das Investment am Anfang so gerechnet, dass es selbst in diesem Fall für ihn noch sehr positiv ausgegangen wäre. Denn wer mit Faktoren um die 10 einkauft, der würde auch einen derartigen Rückgang des Objektwerts gut verkraften. In echt hat auch sein Objekt an Wert gewonnen und sein Investment war noch viel lukrativer als geplant.

Mich überzeugt das Konzept von Andreas Sell und Otto Hesse sehr: Renditestarke Investments, die eigentlich als recht riskant gelten würden, so zu managen, dass das Risiko am Ende vermutlich geringer ist, als bei der konservativsten Anlage in München oder Stuttgart. Blase? Mir doch egal, meine Immobilie hat sich schon zweimal abbezahlt!

Thomas Knedel: Das System Immobilie
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Investieren in den USA

Joachim „Jack“ Bosch schreibt über Investieren in den USA. Über seinen Vortrag auf dem Immopreneur-Kongress 2017 habe ich bereits berichtet, auch darüber wie er gefeiert hat, dass man einen Mieter innerhalb von 23 Tagen vor die Tür setzen kann.

Auch wenn ich inhaltlich mit seinem Kapitel nicht so viel anfangen konnte, weil Investments in den USA für mich gerade nicht auf der Tagesordnung stehen, hat es großen Spaß gemacht, sein Kapitel zu lesen, weil es wirklich sehr gut geschrieben ist.

Er erzählt seine Geschichte, wie er über Grundstücke zu Häusern und schließlich zu großen Apartment-Komplexen gekommen ist. Während ich die Idee passiv in aktiven Immobilieninvestments mitzumachen – wie schon beschrieben – vorsichtig gesagt nicht so gut finde, muss ich zugeben, dass ich durchaus etwas Lust zum nachmachen verspürt habe, als er vom Grundstückshandel in den USA berichtet hat. Ein Grundstück hat kein Dach, welches kaputt gehen könnte – die technische Beurteilung ist also sehr viel einfacher. Und der fehlende Datenschutz in den USA erlaubt es einfach raus zu finden, wer seine Grundsteuer nicht bezahlt hat – und damit ein motivierter Verkäufer sein könnte. Dann fehlt zum großen Glück nur noch der Käufer. Aber auch für Grundstücke gibt es wohl spezialisierte Internetseiten, auf denen man diese anbieten kann. Wenn es nicht gerade der Nachbar kaufen möchte.

Ich hätte wirklich große Lust das einmal auszuprobieren. Aber mich hier richtig einzuarbeiten wäre sicherlich ein Projekt über mehrere Monate. Eigentlich wollte ich mit meinen Immobilien-Investments erst mal in Deutschland bleiben.

Kleine Appartements

Thorsten Vogt hat den Sinn seines Lebens im Erschaffen von Glückswohnungen für Glücksmieter gefunden. Auch wenn ich mir persönlich nicht vorstellen könnte, meinen Lebenssinn im Immobilien-Business zu suchen, so ist seine Idee nicht so esoterisch wie sie im ersten Moment klingen mag. Seine Nische sind kleine, bezahlbare, möblierte Designer-Wohnungen mit „eigenem Charme“.

Auch wenn mich persönlich der Stil seiner Designerin Julia Ballmaier nicht besonder anspricht, so finde ich die Idee genial Designer-Wohnungen mit Schrott- und Flohmarkt-Möbeln extrem kostengünstig auszustatten und dabei für wirklichen Charme zu sorgen. Im Buch Wohnen unter 1.000€* kann man schön sehen, wie sie arbeitet. In „Das System Immobilie“ gibt es im Kapitel von Thorsten Vogt auch eine Reihe von Bildern aus dem Buch Wohnen unter 1.000€ – leider nur in schwarz-weiß.

Eine ungewöhnliche Strategie

Jan Mittel schreibt in seinem Kapitel über Vermietung und Verkauf von Mini-Appartements. Dabei verfolgt er eine kombinierte Strategie aus Vermietung und Verkauf, wie ich sie bisher noch nirgends gesehen habe.

Bezüglich der Vermietung hat er eine sehr genaue Vorstellung seiner Zielgruppe: Beispielweise hat er sich auf japanische Studenten, die für ihr Auslandssemester schon vorab aus dem Heimatland eine Wohnung suchen, spezialisiert. Ein Vorteil dieser Gruppe: Japaner sind wohl deutlich kleinere Wohnungen gewohnt und empfinden auch 25 m² oder 30 m² als groß.

Eine weitere interessante Einsicht von ihm: Wer eine Ein-Zimmer-Wohnung kauft, kauft genau das: eine Ein-Zimmer-Wohnung. Wie viele Quadratmeter diese hat, spielt kaum eine Rolle. Dies kann man sich beim Einkauf zum Vorteil machen.

Da er sich auf junge, internationale Mieter konzentriert, ist es problemfrei möglich, zeitlich begrenzte Mietverträge abzuschließen. Diese nutzt er um zu demonstrieren, dass die von ihm genannten Mieten keine Wunschmieten sind, sonder real erzielbar sind. Gleichzeitig bleibt die Wohnung für Eigennutzer interessant, da der Mieter ohnehin bald wieder ausziehen wird. Er vereint also Vorteile von vermietet und von leer Verkaufen. Auch in der Zusammenarbeit mit Maklern hat er spannende Ideen. Sein Kapitel ist wirklich voller origineller Ideen und macht Spaß zum Lesen.

Ein Investment – Zwei Kapitel

Schön zu lesen ist auch das Kapitel von Diana Herein. Da sie sich auf die Suche nach einem neuen Standort macht, beschreibt sie viele Herausforderungen, die sich auch für junge Investoren stellen. Sie lässt nicht den Vollprofi raushängen sondern schreibt sehr einfühlsam aus der Perspektive eines Anfängers. Als es dann an den konkreten Deal geht, merkt man doch, dass sie als Frau von Thomas Knedel kein unbeschriebenes Blatt ist: Es geht um ein Paket von 24 Wohnungen.

Thomas beschreibt dann in seinem Kapitel den gleichen Deal nochmal. Allerdings aus einer anderen Perspektive. Das Eigenkapital für diesen Deal kommt nämlich von einem Co-Investor. Co-Investments sind nämlich ein Thema welches Thomas aktuell sehr beschäftigt, wie man auch schon mitbekommen hat, wenn man dem Immopreneur-Podcast und Thomas im Allgemeinen folgt.

 

Gesamteindruck

Erst beim Schreiben dieser Rezension ist mir aufgefallen wie viele gute Tipps in diesem Buch wirklich stecken. Beim Lesen wurde dieser Eindruck leider durch einige etwas schwächere Kapitel und die fehlende Struktur verwässert. Auch auffällig: Abgesehen von Andreas Sell waren es eher nicht die großen Namen, die mich in diesem Buch wirklich begeistert haben. Auch das Vorwort vom Investment Punk Gerald Hörhan hat mich etwas enttäuscht. Wer sein wirklich gutes Buch* gelesen hat, findet im Vorwort nichts Neues.

Aus meiner Sicht trägt dieses Buch den völlig falschen Name, denn mit System hat das Buch wenig zu tun. „Ein Immobilien-Potpourri“ hätte als Titel deutlich besser gepasst. Das zeigt sich schon darin, dass manche Autoren den Leser siezen währen andere beim „du“ bleiben. Auch haben die Autoren teils widersprüchliche Tipps (Fang mit einer Wohnung an <-> Fang gleich mit einem Mehrfamilienhaus an), was jedoch insgesamt einen sehr runden Blick auf das Thema Immobilie erlaubt. So viele Autoren wie das Buch hat, so viele Wege gibt es mit Immobilien Geld zu verdienen. Als jemand der gerade selbst dabei ist „seinen Weg“ mit Immobilien zu finden definitiv eine schöne Sammlung von Anregungen und Ideen und eine schöne Ergänzung zum Buch von Thomas Knedel Erfolg mit Wohnimmobilien*.

Das Buch hat 413 groß geschriebene Seiten und wird im Eigenverlag vertrieben. Es kostet inkl. Versand 6,95 € und kann hier* bestellt werden. Das Buch ist auch als Audiobuch* verfügbar. Ich habe das Audiobuch nicht gehört, aber da im Buch insgesamt nur sehr wenige Tabellen oder Abbildungen sind, ist es zumindest prinzipiell sehr gut dazu geeignet, gehört zu werden.

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Hinweis: Ich habe dieses Buch zur Rezension vollständig kostenlos erhalten.

(*) Partnerlinks: So gekennzeichnete Links machen das Produkt oder die Dienstleistung für Dich nicht teurer, aber wenn Du über diesen Link bestellst, bekomme ich eine kleine Provision. Du unterstützt damit meine Arbeit, die ich in diesen Blog rein stecke.

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