Teilzeit Archives - Der kleine Hai https://www.kleiner-hai.de/tag/teilzeit/ Immobilien, Finanzen und Freude am sparsamen Leben Thu, 20 Jul 2017 18:58:07 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.1.9 Finanzielle Freiheit und Lebenskrisen https://www.kleiner-hai.de/2017/07/finanzielle-freiheit-und-lebenskrisen/ https://www.kleiner-hai.de/2017/07/finanzielle-freiheit-und-lebenskrisen/#comments Mon, 17 Jul 2017 10:07:01 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=761 Finanzielle Freiheit ist ein Thema zu dem ich bisher noch nicht viel geschrieben habe. Aus gutem Grund. Doch jetzt kann ich nicht mehr an mich halten, hier also mein Beitrag zur kontroversen Debatte. Was ist finanzielle Freiheit? Eigentlich würde ich weiterlesen...

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Finanzielle Freiheit ist ein Thema zu dem ich bisher noch nicht viel geschrieben habe. Aus gutem Grund. Doch jetzt kann ich nicht mehr an mich halten, hier also mein Beitrag zur kontroversen Debatte.

Was ist finanzielle Freiheit?

Eigentlich würde ich Begriffe gerne erklären bevor ich sie das erste Mal verwende. Bei der finanziellen Freiheit oder auch finanziellen Unabhängigkeit ist das Problem jedoch, dass uns das direkt zum Kern der Debatte katapultieren würde. Daher an dieser Stelle für diejenigen, die diese Begriffe gerade zum ersten Mal hören, nur eine Minimalvorstellung:

Die Idee der finanziellen Freiheit ist es, so viel Geld anzuhäufen, dass man davon bis zu seinem Lebensende leben kann. Da man meist nicht so genau weiß, wie lange das noch ist, soll der Geldhaufen so groß sein, dass man nur „von den Zinsen“ leben kann. Der Haufen selbst soll nicht mehr schrumpfen. Je nach Lebensstil braucht man dafür keine Millionen. Für 300.000 € auf dem Haufen kann man schon mit 1.000 € im Monat rechnen. Der Frugalist Oliver erklärt hier die 4%-Regel.

Worum wird jetzt gestritten?

Auffällig ist, dass besonders viele Blogs sich mit der finanziellen Freiheit beschäftigen, die von Leuten betrieben werden, die diese noch nicht erreicht haben. Das große Vorbild Mr Money Mustache hat es geschafft. Oliver setzt das super für den deutschsprachigen Raum um. Aber dann gibt es eben noch viele, die nur auf den Zug auf zu springen scheinen. Dass ich mich hier nicht einreihen wollte, ist einer der Gründe warum ich bisher zum Thema geschwiegen habe.

Ich kann verstehen, dass sich manch einer von den FF-Propheten gestört fühlen mag.

Holger von Zendepot tritt die Gegenrede an. Und Christian von Großmutters Sparstrumpf geht noch einen Schritt weiter:

Wenn du den starken Wunsch nach „finanzieller Freiheit“ verspürst, dann frage dich bitte: Stimmt etwas nicht mit meinem Job?

Ich gebe zu: Ich verspüre den starken Wunsch nach finanzieller Freiheit. Bin ich krank? Stimmt etwas mit mir nicht?

Macht mein Job mich unglücklich?

Das muss es sein. Schließlich arbeite ich auch jetzt schon nur vier Tage die Woche. Mein Job muss echt schlimm sein.

Aber warum macht mein Job mir dann so viel Spaß? Müsste ich meinen Urlaub nicht mit meiner Frau abstimmen, so würde ich definitiv meinen Urlaub auf unbestimmte Zeit verschieben – nur um beim kommenden Projekt von Anfang an dabei sein zu können – so sehr freue ich mich darauf.

Wenn auch nicht alle Projekte so cool sind, wie das kommende – mein Job macht mir Spaß! Ich gehe gern zur Arbeit ins Büro. Ich habe gute Arbeitsbedingungen. Ganz sicher betrachte ich meinen Job nicht als notwendiges Übel, auch wenn natürlich nicht immer alles so viel Spaß macht wie im Moment.

Warum möchte ich die finanzielle Freiheit erreichen?

Dies ist ein Thema, das ganze Blogparaden füllt. Ich kann das jetzt nicht in einem Absatz vollständig abhandeln. Daher nur ganz kurz an dieser Stelle:

Ich habe das Gefühl, dass es – in meiner Position – unverantwortlich wäre sie nicht anzustreben. Meine Frau und ich verdienen deutlich mehr Geld als wir fürs tägliche Leben brauchen. Wir wissen nicht, ob das immer so bleiben wird.

Äußere Zwänge zu minimieren erscheint mir sehr sinnvoll. So sehr mir meine Arbeit Spaß macht – es können Zeiten kommen in denen es etwas wichtigeres geben kann. Sei es den Kindern, die vielleicht mal kommen, beim Aufwachsen zu helfen, oder vielleicht möchte ich mich mal um meine Eltern kümmern, falls das erforderlich werden sollte. Der Schwiegervater einer Freundin ist gestorben und sie hatte ernsthafte Probleme im Job ein paar Tage frei zu bekommen um ihren Mann auf die Reise ins Heimatland des Vaters zu begleiten. In einer solchen Situation sagen zu können: Lieber Arbeitgeber, Du bist jetzt Prio 2. Gerne komme ich wieder und arbeite mit Spaß und voller Kraft mit, wenn ich wieder soweit bin. Aber die nächsten zwei Monate bin ich erst mal weg. Ab morgen.

Vielleicht möchte ich mich mal selbstständig machen, ohne Angst haben zu müssen, ob ich meinen Lebensunterhalt noch bestreiten kann. Halt, halt! In diesem Abschnitt geht es doch um finanzielle Freiheit und jetzt schreibe ich als Motivation, dass ich mich vielleicht einmal gerne Selbständig machen möchte?

Finanzielle Freiheit und (Extremely) Early Retirement

Hier kommen wir zum Kern der Debatte. Mir scheint, dass bei den Reden gegen die finanzielle Freiheit zwei Begriffe wild vermischt werden: Finanzielle Freiheit und Early Retirement.

Für mich bedeutet finanzielle Freiheit von einem auf den anderen Tag meinen Job kündigen zu können, ohne meinen Lebensstil (zu sehr) einschränken zu müssen. Die Freiheit ist, es zu können. Nicht zwangsläufig es auch zu tun.

Early Retirement hingegen wäre das, wogegen sich viele der Stimmen richten. Den Job mit 30, 40 oder 50 an den Nageln zu hängen. Weil man’s kann. Auch hier denke ich, ist ein Großteil der Kritik ungerechtfertigt. Ich habe großen Zweifel daran, dass sich die Studien über den Gesundheitseinfluss der Rente vom Regelrenteneintrittsalter genauso auf die „frühe Rente“ übertragen lassen.

Natürlich: Wer nur noch „Netflix und Chill“ oder Strand und Sonne vor hat, tut sich vermutlich nichts Gutes. Aber wo ist das denn der Fall? Wer jetzt so engagiert ist zu bloggen und sein Leben aktiv zu gestalten, der wird doch nicht von 100 auf 0 gehen. Es gibt so viele Möglichkeiten sein Leben zu gestalten und aktiv zu leben. Auch ohne Vollzeit-Angestellten-Job.

Lottogewinn und Sinn des Lebens

Was würdest du gerne tun, wenn sich morgen herausstellen würde, dass ein entfernter Onkel dir 2 Millionen Euro vermacht hat? Welche Pläne hättest du dann für dein Leben?

Diese Frage, die Christian hier stellt, kann ich leider noch nicht zufriedenstellend beantworten. Das ist auch der Hauptgrund, weswegen ich mich bisher noch nicht zum Thema geäußert habe.

Tatsächlich wünsche ich mir nicht im Lotto zu gewinnen. Vorsichtshalber spiele ich auch kein Lotto. Die finanzielle Freiheit ist ein Ziel, welches ich mir gemeinsam mit meiner Frau gesetzt habe. Das möchte ich auch mit ihr gemeinsam erreichen. Ein Lottogewinn würde mir die Möglichkeit nehmen, das selbst zu schaffen. Ich weiß, dass die Einstellung aus verschiedenen Gründen kritisch zu hinterfragen ist – aber an dieser Stelle wollte ich das einfach mal ehrlich mitteilen.

Ich weiß auch wirklich noch nicht, wie ich mir das Leben in finanzieller Freiheit vorstelle. Ich denke dabei tatsächlich an eine Art von Early Retirement. Momentan stelle ich mir eine Selbstständigkeit vor mit einem Thema, welches mir mehr Spaß machen würde als das große Geld bringen. Dazu viel Reisen und Familienzeit. Das ist aber wirklich noch nicht ausgegoren. Vielleicht werde ich auch noch einige Jahre nach Erreichen der finanziellen Freiheit einfach weiterarbeiten. Und zwei mal im Monat mehr Essen gehen. Wer weiß.

Der Sinn des Lebens

Eines ist aber für mich klar: Nur aus Angst in ein Loch zu fallen oder nichts mit mir anfangen zu können, kann ich nicht aufhören die finanzielle Freiheit anzustreben. Mich selbst von Arbeit abhängig zu machen (durch übermäßigen Konsum) nur damit mir der Lebenssinn, meine Familie und mich zu ernähren, nicht verloren geht – das kommt nicht in Frage.

Wenn man sich Gedanken über das Thema finanzielle Freiheit und die damit verbundene Möglichkeit des Early Retirement macht, kommt man unter Umständen schnell dazu, sich mit dem Sinn des Lebens zu beschäftigen. Mich hier aus Angst vor unbequemen Fragen in die Abhängigkeit zu stürzen und zu verhindern, dass ich die finanzielle Freiheit erreiche – das kann nicht die Lösung sein!

Aus diesem Grund zählen für mich all die Studien über das Glück der Arbeit und das Unglück der Rente nicht. Das wäre für mich Selbstbetrug. Oder anders ausgedrückt:

Keine finanzielle Freiheit ist auch keine Lösung!

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I love Mondays https://www.kleiner-hai.de/2017/01/i-love-mondays/ https://www.kleiner-hai.de/2017/01/i-love-mondays/#comments Sun, 15 Jan 2017 19:18:30 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=548 Ich liebe Montage! Jan von HabitGym hat zur Blogparade Kleine Idee mit großer Wirkung aufgerufen. Das nehme ich zum Anlass Euch zu berichten, warum ich Montage so großartig finde: Ich arbeite nämlich 80%-Teilzeit und montags habe ich (von meinem Angestellten-Job) weiterlesen...

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Ich liebe Montage1! Jan von HabitGym hat zur Blogparade Kleine Idee mit großer Wirkung aufgerufen. Das nehme ich zum Anlass Euch zu berichten, warum ich Montage so großartig finde: Ich arbeite nämlich 80%-Teilzeit und montags habe ich (von meinem Angestellten-Job) frei.

Warum mache ich das?

Wenn jemand zum ersten Mal davon hört, dass ich montags immer frei habe, werde ich häufig mit viel Erstaunen gefragt, warum ich das mache. Schließlich bin ich jung, habe keine Kinder, keine gesundheitlichen Beschwerden und stehe noch am Anfang meiner „Karriere“. Wie bin ich also auf diese kleine Idee mit großer Wirkung gekommen?

Im Buch „The 4-Hour Workweek“ beschreibt Timothy Ferriss ein Konzept, dass er „mini-retirements“ (dt.: Mini-Renten) nennt. Die grundlegende Idee dahinter ist, sein Leben nicht auf später, also auf die klassische Rente (65+) zu verschieben, auch weil unser Körper dann vielleicht nicht mehr all das machen kann, was wir gerne machen würden. Sein Konzept ist also mit etwas Erspartem immer wieder eine Art Mini-Rente zu machen. Dabei reist man für sechs Monate oder ein Jahr irgendwohin hin und schaut sich dort verschiedene Orte an, bis man einen findet, an dem man die restliche Zeit verbringen möchte. Ich fand das eine wirklich coole Idee, aber es war mir doch einen Tick zu viel. Ich wollte aber trotzdem mein Leben nicht verschieben und bin so auf die Idee gekommen, Teilzeit zu arbeiten. 2

Das war natürlich nur der Denkanstoß, aber die „kleine Idee“ war geboren. Dann habe ich angefangen abzuwägen. Ich arbeite sehr gern, also nur das reine nicht arbeiten gehen zu müssen, wäre nicht ausschlaggebend gewesen. Aber obwohl ich meine Arbeit sehr gern mache (Hacking macht Spaß), ist das eben nur ein Teil von dem, was ich gerne mache. Und dieser Teil war überproportional stark in meinem Leben vertreten. Während vorher 5 von 7 Tagen, also ca. 71% meiner Tage stark von der Arbeit dominiert waren, sind es jetzt nur noch 4 von 7, also 57%. Das ist vielleicht schon der erste überraschende Punkt: Wenn man 80% arbeitet, arbeitet man tatsächlich nur ca. 57%.

Auch beim nächsten Punkt geht es um Balance: Während ich genau einen Arbeitgeber habe, hat mein Arbeitgeber (sehr) viele Arbeitnehmer. Ganz offensichtlich ist mein Arbeitgeber für mich also viel wichtiger, als ich für meinen Arbeitgeber bin3. Dadurch, dass ich nur noch an ca. 57% aller Tage arbeite, ist für mich gefühlt mein Arbeitgeber ein weniger zentraler Punkte in meinem Leben, als das bei über 71% wäre.

Die ausschlaggebenden Gründe waren also, dass ich mein Leben jetzt leben möchte, dass ich mehr Zeit für meine außerberuflichen Interessen wollte und dass ich die Wichtigkeit meines Arbeitgebers für mich reduzieren wollte.

Was kostet das?

Natürlich gibt es nicht nur Vorteile und ganz vorne steht für viele sicherlich die Frage: Was kostet das denn? Geld, Karrierechancen?

Es kostet Geld

Zum einen kostet es natürlich Geld. Aber vielleicht gar nicht so viel, wie man denken mag. Denn je weniger man verdient, umso kleiner wird der Anteil an Steuern, die man zahlen muss (Progression). Wenn man also 20% weniger brutto verdient, rutscht man die Kurve wieder ein ganzes Stück weit runter. Für mich haben 20% weniger brutto damals in etwa 16% weniger netto ergeben. Ich habe meinen Netto-Stundenlohn hierdurch also erhöht!

Steuerprogression
Von Udo BrechtelEigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Dazu kam bei mir damals, dass eine Gehaltserhöhung anstand. Natürlich ist es methodisch nicht korrekt, 80% nach Gehaltserhöhung mit 100% vor Gehaltserhöhung zu vergleichen, wenn man die Kosten dieser Entscheidung beziffern möchte. Andererseits war es eben tatsächlich so, dass ich mit 80% durch Gehaltserhöhung und Steuervorteil im Monat nur 250€ netto weniger hatte als vorher.

Karrierechancen

Sind 80% karriereschädlich? Vielleicht. Ich denke das kommt sehr stark auf die Branche und im Einzelfall den Arbeitgeber an. Ich denke, 80% sind noch so „vollzeitnah“, dass es theoretisch keine Einschränkungen geben muss. Und dann ist es sicherlich auch eine Frage davon, wie man es dem Arbeitgeber erklärt: „Der Job ist so anstrengend, ich packe dass nicht und brauche mehr Erholung“ ist sicherlich etwas anderes als zu sagen: „Ich habe so viele private Projekte, die ich anpacken möchte, ich brauche mehr Zeit dafür“.

Ich habe schon mit einigen Leuten gesprochen, die gesagt haben, wenn sie das machen würden, wären sie sofort auf dem Abstellgleis. Ich denke, wenn das so ist, darf man sich auch fragen, ob man noch beim richtigen Arbeitgeber ist.

Mir waren die 80% so wichtig, dass mir klar war, ich würde ein besser bezahltes Stellenangebot ablehnen, wenn ich die 80% nicht fortsetzen könnte. So habe ich auch schon im Bewerbungsgespräch vor meinem Wechsel offen kommuniziert, dass ich wieder 80% arbeiten möchte. Zu einem Arbeitgeber, für den das ein Problem wäre, wollte ich ohnehin nicht gehen4.

Ich denke, dass ich – trotz offen kommunizierten 80% – ein so gutes Jobangebot bekommen habe, wie das, welches ich vor einem halben Jahr angenommen habe, zeigt, dass die 80% nicht unbedingt karriereschädlich sein müssen.

Wie nutze ich meine Montage?

Jeder möchte die Zeit natürlich unterschiedlich nutzen, aber vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen, wozu ich meine Montage nutze:

  • Mehr Zeit mit meiner Frau: Meine Frau arbeitet 100% (sie hat gerade ihren ersten Job angefangen), sodass ich versuche möglichst viele Erledigungen montags zu machen, sodass wir am Wochenende mehr schöne Zeit gemeinsam verbringen können.
  • Die meiste Zeit an Montagen beanspruchen gerade unsere Immobilien-Projekte. Das sollte aber bald weniger werden.
  • Weiterbildung: Ich nutze die Zeit um mich weiterzubilden. Momentan zum Thema Immobilien.
  • Zwei mal vier Tage im Jahr arbeite ich als Lehrbeauftragter an einer Hochschule
  • Viele Artikel dieses Blogs entstehen an Montagen.
  • Weitere Projekte und nebenberufliche Tätigkeiten sind geplant.

Und wie klappt das?

Wer bis hierher gelesen hat, hat es wohl schon geahnt, dass ich bisher sehr gute Erfahrungen mit den 80% gemacht habe. Das liegt sicherlich auch am meinem Job, der meiner Meinung nach dafür bestens geeignet ist. Ich werde nämlich (typisch Berater) nach Personentagen an die Kunden verkauft. Es gibt also kein Projekt, dem ich „hinterherlaufe“, weil die anderen Kollegen fünf Tage die Woche arbeiten. Ich habe normalerweise mein eigenes Projekt und das setzt dann mit mir am Montag einfach einen Tag aus. Es ist also nicht – wie man sich das in vielen anderen Jobs vielleicht vorstellen könnte – die gleiche Arbeit in kürzerer Zeit.

Für Verwunderung sorgt es manchmal schon, wenn ich Leuten davon erzähle, aber viele Leute bekommen davon auch gar nichts mit. Man muss es ja nicht jedem auf die Nase binden. Kunden sage ich häufig einfach nur „am Montag bin ich nicht im Haus“.

Soziale Normen

Spannend finde ich, dass die (meist nur anfängliche) Verwunderung allein dadurch zu Stande kommt, dass ich 80% arbeite. Man spricht in Deutschland ja eher nicht über das Gehalt. Die meisten Leute, die davon erfahren, wissen nicht, wie viel ich verdiene. Die Verwunderung wird also nicht dadurch ausgelöst, dass ich mit „so wenig“ Geld zurecht komme, sondern allein dadurch, dass ich 80% arbeite.

Eigentlich ist es doch komisch, dass fast alle 100% arbeiten und nicht so viel, wie sie tatsächlich Geld benötigen. Es gibt Menschen, die mehr als 100% arbeiten. Bei Taxi-Fahrern habe ich es beispielsweise schon öfter gehört, dass sie sechs Tage die Woche (mit je deutlich mehr als acht Stunden) arbeiten, weil sie so wenig verdienen und das Geld brauchen. Aber in die andere Richtung scheint das nicht zu funktionieren. Egal ob jemand das zwei, drei oder vierfache des Durchschnitts verdient, weniger gearbeitet wird deshalb nicht.

Brauche ich das Geld?

Geld zu brauchen ist so eine Sache. Viele Menschen „brauchen“ genau so viel Geld (oder im schlimmsten Fall ein bisschen mehr) wie sie verdienen. Hedonistische Adaption und so. Mittlerweile verdiene ich mit 80% mehr, als mein Einstiegsgehalt bei 100% war. Wenn es nur darum ginge, die täglichen Ausgaben zu decken, könnten meine Frau und ich noch deutlich weniger arbeiten. Aber da wir noch in der Situation sind, regelmäßig Zeit für Geld zu tauschen, wollen wir durch eine hohe Sparrate auf die finanzielle Freiheit hin arbeiten. So gesehen könnten wir die 20% extra gut gebrauchen. Wir könnten aber auch noch weitere 20% gut gebrauchen. Dann könnten wir sechs Tage die Woche arbeiten. Insofern sind die 80% also ein Kompromiss aus „jetzt leben“ und Sparrate.

Fazit

Zeit ist unser wertvollstes Investmentgut wie Alex Fischer schreibt, denn unsere Zeit ist begrenzt und Zeit, die einmal weg ist, können wir nicht zurückholen. Wir sollten uns also gut überlegen, was uns unsere Zeit Wert ist. Für mich hat die kleine Idee 80% zu arbeiten einen großen Gewinn gebracht.

Vielen Dank an Jan für den Aufruf zu dieser Blogparade! Habt Ihr auch eine kleine Idee mit großer Wirkung gehabt? Was haltet Ihr davon Teilzeit zu arbeiten? Wäre das auch was für Euch?

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