Kommentare zu: Vermieter haben eine soziale Verantwortung https://www.kleiner-hai.de/2017/11/vermieter-soziale-verantwortung/ Immobilien, Finanzen und Freude am sparsamen Leben Mon, 26 Oct 2020 12:57:38 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.1.9 Von: Stefan https://www.kleiner-hai.de/2017/11/vermieter-soziale-verantwortung/#comment-229 Mon, 26 Oct 2020 12:57:38 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=841#comment-229 Als Antwort auf Christian.

Mit Verlaub, aber das ist zum Teil schon völlig absurd…

„Jeder kann etwas Geld zurücklegen, um vorübergehende Probleme zu kompensieren.“
Nein, das kann nicht jeder, steht implizit auch im Artikel. Wenn der Nettolohn nur für Miete + NK + grundlegendsten Lebensunterhalt reicht, kann man kein Geld zurücklegen, egal wie oft gut situierte Leute behaupten, das müsse man doch können. Alternativ könnten wir den Mindestlohn deutlich anheben, aber angesichts Ihres Beitrags habe ich den Verdacht, dass Sie das nicht befürworten würden…

„würden die meisten sich gar nicht erst gehen lassen“
Ziemlich arrogant, solch eine Haltung. Wer seinen Job verliert und nicht sofort einen neuen findet, als Selbständiger länger krank ist oder z.B. aufgrund von psychischen Problemen länger arbeitsunfähig ist, der lässt sich nicht „gehen“. So etwas kann nur jemand behaupten, der selber noch nie einen Schicksalsschlag zu verkraften hatte.

„Und zwar sinnvollerweise, bevor er eine teure Wohnung mietet die ihm den finanziellen Spielraum zum Sparen nimmt.“
Als Münchner kann ich darüber nur müde lächeln. Wenn für eine Wohnung, die Sie brauchen, 1600 € kalt aufgerufen werden, dann zahlen Sie diese 1600 €, völlig egal, ob Sie gerne noch sparen würden oder nicht.

„Und der Anreiz für Investoren, neue Wohnungen zu bauen, wäre viel höher.“
in den letzten Jahren ist so viel Geld in den Immobilienmarkt geflossen wie nie zuvor. Wie kommen Sie also darauf, dass es an Anreizen für Investoren mangeln würde? Die Situation für Mieter hat sich dennoch nicht verbessert, im Gegenteil.

„Denn der Investor muss dieses Geld nicht nur wieder reinholen, sondern immer mit einem Risikoaufschlag kalkulieren.“
Das mag in Schwerin oder Cottbus so sein, für die großen Metropolregionen stimmt das schon lange nicht mehr. Wie auch oben im Artikel steht: Viele Vermieter nehmen das Maximum des Möglichen, begrenzt nur durch die gesetzlich erlaubten Erhöhungen. Entsprechend spielen Risikoberechnungen keine Rolle, denn mehr geht nicht und weniger würden viele Vermieter dennoch nicht wollen.

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Von: Kleiner Hai https://www.kleiner-hai.de/2017/11/vermieter-soziale-verantwortung/#comment-223 Thu, 26 Mar 2020 10:16:54 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=841#comment-223 Als Antwort auf Christian.

Hallo Christian,
interessante Gedanken, die Du da hast. Ich glaube zwar nicht, dass die langen Räumungszeiten wirklich das Baugeschehen in Deutschland signifikant bremsen. Da gibt es wohl wichtigere Blocker wie knappes Bauland, komplizierte Genehmigungsverfahren und Ähnliches.
Dennoch finde ich den Vorschlag von Dir spannend, dass mit ausreichend Notunterkünften die Fristen deutlich verkürzt werden könnten.

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Von: Christian https://www.kleiner-hai.de/2017/11/vermieter-soziale-verantwortung/#comment-222 Wed, 25 Mar 2020 06:21:48 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=841#comment-222 Nichtzahler schnell aus der Wohnung zu entfernen ist der einzige richtige und auch der sozialste Weg.

Um die Folgen für die Betroffenen abzufangen wären zuverlässige Auffanglösungen die richtige Maßnahme (einfache, kleine staatlich finanzierte Zimmer, in denen jeder von heute auf morgen einziehen darf der kein ausreichende Vermögen und Einkommen hat). Einigermaßen haben wir solche Auffanglösungen in Deutschland ja auch, in der Regel ist die Gemeinde verpflichtet für eine Notunterkunft zu sorgen.

Wenn jedem klar ist, dass er bei Nichtzahlung seiner Miete sofort die Wohnung verliert, würden die meisten sich gar nicht erst gehen lassen. Jeder kann etwas Geld zurücklegen, um vorübergehende Probleme zu kompensieren. Und zwar sinnvollerweise, bevor er eine teure Wohnung mietet die ihm den finanziellen Spielraum zum Sparen nimmt.

Und der Anreiz für Investoren, neue Wohnungen zu bauen, wäre viel höher. Mehr Wohnungen => geringere Mieten. Dann würden die Engpässe, die wir derzeit in Deutschland haben, nicht entstehen. Zumindest nicht so krass. Das wäre für all die fleißigen Geringverdiener ein Segen.

Im jetzigen deutschen System zahlen alle anständigen Mieter mit für die, die sich gehen lassen. Und zwar mehrfach. Denn der Investor muss dieses Geld nicht nur wieder reinholen, sondern immer mit einem Risikoaufschlag kalkulieren.

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Von: ImmobilienKoala https://www.kleiner-hai.de/2017/11/vermieter-soziale-verantwortung/#comment-171 Tue, 09 Jan 2018 09:35:55 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=841#comment-171 Interessanter Artikel. Der ja für einiges an Diskussionen sorgt.

Da habe ich beim Kongress ja etwas verpasst. Also ich finde, dass es dafür wirklich keinen Applaus geben sollte.

Ja, wenn der Mieter nicht zahlt fehlt Geld zu Schuldentilgung. Und das kann auch wirklich zu finanziellen Engpässen führen. Aber jeder Mensch hat eine faire Chance verdient. Und 23 Tag finde ich ein wenig happig.

Aber 15 Monate ist auch eindeutig zu lang.
Der Mieter ist zwar zu schützen, aber ich finde hier übertreiben die Gesetze mal wieder etwas.
Eine Frist von 3-4 Monaten ist finde ich fair. Da hat jeder eine Chance sich wieder aufzurappeln.

Beste Grüße

Björn

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Von: K. https://www.kleiner-hai.de/2017/11/vermieter-soziale-verantwortung/#comment-160 Sat, 02 Dec 2017 13:33:30 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=841#comment-160 Als Antwort auf Ex-Studentin.

Das mit der Mietkaution ist nicht ganz so einfach, wie manche denken:

http://www.mietrecht.org/mietkaution/mietkaution-wegen-mietrueckstand-bzw-mietschulden-einbehalten/

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Von: Venyo https://www.kleiner-hai.de/2017/11/vermieter-soziale-verantwortung/#comment-159 Fri, 01 Dec 2017 17:42:07 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=841#comment-159 Als Antwort auf Ex-Studentin.

Ich kenne selber keine Fälle von Miet-Nicht-Zahlern, aber meine Erfahrung bei größeren, finanziellen Problemen allgemein ist, dass dort in 95% der Fälle viel größere soziale, psychische und andere Probleme dahinter stecken. Nehmen wir das Beispiel Arbeitslosigkeit: Wenn sich meine Einkommenssituation verschlechtern würde, würde ich mich zeitig nach einer günstigeren Wohnung umschauen. Oder Autoreperatur: was ist mit dem Auto das für den Beruf benötigt wird?

In solchen Fällen stelle ich es mir ehrlich gesagt sehr schwer vor von außen zu beurteilen ob das jetzt nachvollziehbare Gründe sind oder nicht.

Wobei ich das nur als Ergänzung verstanden haben will. Den Grundsatz immer die Umstände und den konkreten Fall zu berücksichtigen, kann ich natürlich nur unterstützen und das sieht die Gesetzgebung und die Rechtsprechung ja durchweg auch so.

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Von: Venyo https://www.kleiner-hai.de/2017/11/vermieter-soziale-verantwortung/#comment-158 Fri, 01 Dec 2017 17:33:28 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=841#comment-158 Als Antwort auf Haferflocke.

„vor allem ethnische Punkte ausgedrückt“

Ich weiß es war nur ein Typo, aber ich musste doch schmunzeln. Ich hoffe sehr stark, dass es bei der Frage „an wen vermiete ich?“ in den seltensten Fällen um Fragen der Volkszugehörigkeit geht 😉

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Von: Haferflocke https://www.kleiner-hai.de/2017/11/vermieter-soziale-verantwortung/#comment-157 Fri, 01 Dec 2017 12:05:04 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=841#comment-157 Hier noch ein kleiner Kommentar von mir, die beruflich mit Mietschulden, Räumungsklagen usw. konfrontiert gewesen ist.
Ich finde den geschriebenen Blogbeitrag gut. Es werden ja nicht nur rechtliche sondern vor allem ethnische Punkte ausgedrückt. Besonders den Beitrag mit den Fenstern in der Baugruppe finde ich gut – Muss es immer das teuerste/neuste sein?
Die in dem Beitrag aufgeführte Statistik zeigt leider die brutale Realität in unserem Land.
Jetzt zu dem was ich beruflich so miterleben durfte. Dies ist auch ein Grund weswegen ich persönlich nicht in eigene Mietimmobilien investieren möchte.
Ich wohne in Hamburg und arbeite beim Gericht, vor ziemlich längerer Zeit ( zum Glück) hatte ich auch mit Mietsachen zu tun. Denn da kann man auch das Kotzen bekommen. Ich bin ja auch Mieterin.
ich beschränke mich jetzt mal nur auf die Räumungsklagen. Die Klage muss eingereicht werden und dazu ist auch ein Kostenvorschuß notwendig. Kostet erstmal Geld. Dann dauert das mit dem verfahren und er anschließenden Räumung. Und die 15 Monate Zeit sind durchaus realistisch – länger kann es auch dauern. Jetzt kommt etwas internes – bei jeder Räumungsklage wird das Amt für Wohnungssicherung informiert. Die werden auch tätig und versuchen auch mit der beklagten Partei Kontakt aufzunehmen. Die sind auch bereit die in bestimmten Fällen die ausstehende Miete zu übernehmen.
Dann kann es auch passieren das der/die Beklagte am Tag der Räumung – die Wochen vorher von dem Gerichtsvollzieher angekündigt worden war und es vorher auch Kontaktversuche von der Sozialbehörde gegeben hat – und eine Ersatzwohnung bzw. Ersatzunterkunft bereitzustellen.
Dies wird tatsächlich getan – es muss niemand unter eine Brücke ziehen. Jedenfalls steht dann die Person gerade am Räumungstag bei Gericht in der Geschäftsstelle um Vollstreckungsschutz zu beantragen, wirklich x-mal persönlich erlebt. Oder und das ist mehrfach passiert am Tag davor um 15.55 Uhr, dann ist mit sozusagen pünktlich nach Hause gehen für mich an dem Tag erst mal nichts gewesen.
Jetzt kommt noch ein Knaller. Wir haben hier in Hamburg die SAGA, ein großes städtisches Wohnungsbauunternehmen, die auch die Sozialwohnungen von der Stadt managen. Zumindest die meisten. Da wird eine Person aus einer Saga Wohnung herausgeklagt und geht zum Wohnungsamt, welches ihr einen Wohnungsberechtigungschein zum Bezug einer Sozialwohnung erteilt. Mit diesem wird zur SAGA gegangen, die eine Wohnung zur Verfügung zu stellen haben.

Eine privater Vermieter der so seine 1 oder 2 Wohnungen hat und diese wohl auch finanziert hat und die Miete dazu nutzt die Schulden für die Hypothek abzuzahlen kann bei einer einjährigen Ausfalldauer auch existenzgefährdend sein.
Nicht alle Vermieter sind reich! Wobei reich auch noch definiert werden kann.

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Von: Stefan (Immobilienanleger) https://www.kleiner-hai.de/2017/11/vermieter-soziale-verantwortung/#comment-156 Thu, 30 Nov 2017 09:03:04 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=841#comment-156 Das amerikanische System ist unmenschlich. ich kann nicht verstehen, dass da wirklich applaudiert wurde. Das deutsche System ist schon gut, die Dauer des Rechtsstreits ist nur leider viel zu lang, eine Verkürzung auf drei Monate von Klageeinreichung bis Räumung fände ich gut aber wohl kaum umsetzbar.

Durch die besondere Struktur meiner Immobilien hatte ich schon öfter den Fall, dass Mieter ihre Miete nicht zahlen konnten. Ich musste auch schon räumen lassen, jedoch auch anderen Gründen.

Wenn absehbar ist, dass sich Ihre finanzielle Situation nicht bessert und sie weiterhin die Miete nicht zahlen können biete ich im Normalfall an die Mietschulden zu erlassen, wenn Sie innerhalb eines Monats ausgezogen sind. Bisher bin ich damit gut gefahren und das Geld sehe ich eh nie wieder. Dies klappt natürlich nur bei solchen Mietern, die es nicht von vornherein darauf angelegt haben keine Miete zu zahlen, solche hatte ich aber noch nie.

@Svenja
Sehe ich anders. Weniger Miete zu nehmen garantiert mir keine solventeren Mieter – eher im Gegenteil eine geringe Miete zieht eher Geringverdiener an. Ich nehme immer soviel wie der Markt erlaubt. Dies gibt auch einen größeren Spielraum, wenn mal jemand nicht zahlen kann.

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Von: Svenja Lauer https://www.kleiner-hai.de/2017/11/vermieter-soziale-verantwortung/#comment-155 Tue, 28 Nov 2017 12:27:53 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=841#comment-155 Als Antwort auf Ex-Studentin.

Der Umstand ist zweitrangig wenn die Konsequenz die selbe ist: kein Cash in der Täsch. Daher lieber nicht das Maximale an Miete herausholen und lieber auf Mieter setzen, die auch einen Ertragsausfall ggfs. durch nur einen Lohneingang schultern könnten. Höchste Rendite = höchstes Risiko auch bei Mietern.
Die Ex-Studentin kommentiert ja nun wirklich alles, und oftmals sind die Ausführungen halt spekulativ, wenn man nicht selbst aktiv die Perspektive wahrzunehmen weiß.

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