Montag Archives - Der kleine Hai https://www.kleiner-hai.de/tag/montag/ Immobilien, Finanzen und Freude am sparsamen Leben Thu, 20 Jul 2017 18:58:07 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.1.9 I love Mondays https://www.kleiner-hai.de/2017/01/i-love-mondays/ https://www.kleiner-hai.de/2017/01/i-love-mondays/#comments Sun, 15 Jan 2017 19:18:30 +0000 https://www.kleiner-hai.de/?p=548 Ich liebe Montage! Jan von HabitGym hat zur Blogparade Kleine Idee mit großer Wirkung aufgerufen. Das nehme ich zum Anlass Euch zu berichten, warum ich Montage so großartig finde: Ich arbeite nämlich 80%-Teilzeit und montags habe ich (von meinem Angestellten-Job) weiterlesen...

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Ich liebe Montage1! Jan von HabitGym hat zur Blogparade Kleine Idee mit großer Wirkung aufgerufen. Das nehme ich zum Anlass Euch zu berichten, warum ich Montage so großartig finde: Ich arbeite nämlich 80%-Teilzeit und montags habe ich (von meinem Angestellten-Job) frei.

Warum mache ich das?

Wenn jemand zum ersten Mal davon hört, dass ich montags immer frei habe, werde ich häufig mit viel Erstaunen gefragt, warum ich das mache. Schließlich bin ich jung, habe keine Kinder, keine gesundheitlichen Beschwerden und stehe noch am Anfang meiner „Karriere“. Wie bin ich also auf diese kleine Idee mit großer Wirkung gekommen?

Im Buch „The 4-Hour Workweek“ beschreibt Timothy Ferriss ein Konzept, dass er „mini-retirements“ (dt.: Mini-Renten) nennt. Die grundlegende Idee dahinter ist, sein Leben nicht auf später, also auf die klassische Rente (65+) zu verschieben, auch weil unser Körper dann vielleicht nicht mehr all das machen kann, was wir gerne machen würden. Sein Konzept ist also mit etwas Erspartem immer wieder eine Art Mini-Rente zu machen. Dabei reist man für sechs Monate oder ein Jahr irgendwohin hin und schaut sich dort verschiedene Orte an, bis man einen findet, an dem man die restliche Zeit verbringen möchte. Ich fand das eine wirklich coole Idee, aber es war mir doch einen Tick zu viel. Ich wollte aber trotzdem mein Leben nicht verschieben und bin so auf die Idee gekommen, Teilzeit zu arbeiten. 2

Das war natürlich nur der Denkanstoß, aber die „kleine Idee“ war geboren. Dann habe ich angefangen abzuwägen. Ich arbeite sehr gern, also nur das reine nicht arbeiten gehen zu müssen, wäre nicht ausschlaggebend gewesen. Aber obwohl ich meine Arbeit sehr gern mache (Hacking macht Spaß), ist das eben nur ein Teil von dem, was ich gerne mache. Und dieser Teil war überproportional stark in meinem Leben vertreten. Während vorher 5 von 7 Tagen, also ca. 71% meiner Tage stark von der Arbeit dominiert waren, sind es jetzt nur noch 4 von 7, also 57%. Das ist vielleicht schon der erste überraschende Punkt: Wenn man 80% arbeitet, arbeitet man tatsächlich nur ca. 57%.

Auch beim nächsten Punkt geht es um Balance: Während ich genau einen Arbeitgeber habe, hat mein Arbeitgeber (sehr) viele Arbeitnehmer. Ganz offensichtlich ist mein Arbeitgeber für mich also viel wichtiger, als ich für meinen Arbeitgeber bin3. Dadurch, dass ich nur noch an ca. 57% aller Tage arbeite, ist für mich gefühlt mein Arbeitgeber ein weniger zentraler Punkte in meinem Leben, als das bei über 71% wäre.

Die ausschlaggebenden Gründe waren also, dass ich mein Leben jetzt leben möchte, dass ich mehr Zeit für meine außerberuflichen Interessen wollte und dass ich die Wichtigkeit meines Arbeitgebers für mich reduzieren wollte.

Was kostet das?

Natürlich gibt es nicht nur Vorteile und ganz vorne steht für viele sicherlich die Frage: Was kostet das denn? Geld, Karrierechancen?

Es kostet Geld

Zum einen kostet es natürlich Geld. Aber vielleicht gar nicht so viel, wie man denken mag. Denn je weniger man verdient, umso kleiner wird der Anteil an Steuern, die man zahlen muss (Progression). Wenn man also 20% weniger brutto verdient, rutscht man die Kurve wieder ein ganzes Stück weit runter. Für mich haben 20% weniger brutto damals in etwa 16% weniger netto ergeben. Ich habe meinen Netto-Stundenlohn hierdurch also erhöht!

Steuerprogression
Von Udo BrechtelEigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Dazu kam bei mir damals, dass eine Gehaltserhöhung anstand. Natürlich ist es methodisch nicht korrekt, 80% nach Gehaltserhöhung mit 100% vor Gehaltserhöhung zu vergleichen, wenn man die Kosten dieser Entscheidung beziffern möchte. Andererseits war es eben tatsächlich so, dass ich mit 80% durch Gehaltserhöhung und Steuervorteil im Monat nur 250€ netto weniger hatte als vorher.

Karrierechancen

Sind 80% karriereschädlich? Vielleicht. Ich denke das kommt sehr stark auf die Branche und im Einzelfall den Arbeitgeber an. Ich denke, 80% sind noch so „vollzeitnah“, dass es theoretisch keine Einschränkungen geben muss. Und dann ist es sicherlich auch eine Frage davon, wie man es dem Arbeitgeber erklärt: „Der Job ist so anstrengend, ich packe dass nicht und brauche mehr Erholung“ ist sicherlich etwas anderes als zu sagen: „Ich habe so viele private Projekte, die ich anpacken möchte, ich brauche mehr Zeit dafür“.

Ich habe schon mit einigen Leuten gesprochen, die gesagt haben, wenn sie das machen würden, wären sie sofort auf dem Abstellgleis. Ich denke, wenn das so ist, darf man sich auch fragen, ob man noch beim richtigen Arbeitgeber ist.

Mir waren die 80% so wichtig, dass mir klar war, ich würde ein besser bezahltes Stellenangebot ablehnen, wenn ich die 80% nicht fortsetzen könnte. So habe ich auch schon im Bewerbungsgespräch vor meinem Wechsel offen kommuniziert, dass ich wieder 80% arbeiten möchte. Zu einem Arbeitgeber, für den das ein Problem wäre, wollte ich ohnehin nicht gehen4.

Ich denke, dass ich – trotz offen kommunizierten 80% – ein so gutes Jobangebot bekommen habe, wie das, welches ich vor einem halben Jahr angenommen habe, zeigt, dass die 80% nicht unbedingt karriereschädlich sein müssen.

Wie nutze ich meine Montage?

Jeder möchte die Zeit natürlich unterschiedlich nutzen, aber vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen, wozu ich meine Montage nutze:

  • Mehr Zeit mit meiner Frau: Meine Frau arbeitet 100% (sie hat gerade ihren ersten Job angefangen), sodass ich versuche möglichst viele Erledigungen montags zu machen, sodass wir am Wochenende mehr schöne Zeit gemeinsam verbringen können.
  • Die meiste Zeit an Montagen beanspruchen gerade unsere Immobilien-Projekte. Das sollte aber bald weniger werden.
  • Weiterbildung: Ich nutze die Zeit um mich weiterzubilden. Momentan zum Thema Immobilien.
  • Zwei mal vier Tage im Jahr arbeite ich als Lehrbeauftragter an einer Hochschule
  • Viele Artikel dieses Blogs entstehen an Montagen.
  • Weitere Projekte und nebenberufliche Tätigkeiten sind geplant.

Und wie klappt das?

Wer bis hierher gelesen hat, hat es wohl schon geahnt, dass ich bisher sehr gute Erfahrungen mit den 80% gemacht habe. Das liegt sicherlich auch am meinem Job, der meiner Meinung nach dafür bestens geeignet ist. Ich werde nämlich (typisch Berater) nach Personentagen an die Kunden verkauft. Es gibt also kein Projekt, dem ich „hinterherlaufe“, weil die anderen Kollegen fünf Tage die Woche arbeiten. Ich habe normalerweise mein eigenes Projekt und das setzt dann mit mir am Montag einfach einen Tag aus. Es ist also nicht – wie man sich das in vielen anderen Jobs vielleicht vorstellen könnte – die gleiche Arbeit in kürzerer Zeit.

Für Verwunderung sorgt es manchmal schon, wenn ich Leuten davon erzähle, aber viele Leute bekommen davon auch gar nichts mit. Man muss es ja nicht jedem auf die Nase binden. Kunden sage ich häufig einfach nur „am Montag bin ich nicht im Haus“.

Soziale Normen

Spannend finde ich, dass die (meist nur anfängliche) Verwunderung allein dadurch zu Stande kommt, dass ich 80% arbeite. Man spricht in Deutschland ja eher nicht über das Gehalt. Die meisten Leute, die davon erfahren, wissen nicht, wie viel ich verdiene. Die Verwunderung wird also nicht dadurch ausgelöst, dass ich mit „so wenig“ Geld zurecht komme, sondern allein dadurch, dass ich 80% arbeite.

Eigentlich ist es doch komisch, dass fast alle 100% arbeiten und nicht so viel, wie sie tatsächlich Geld benötigen. Es gibt Menschen, die mehr als 100% arbeiten. Bei Taxi-Fahrern habe ich es beispielsweise schon öfter gehört, dass sie sechs Tage die Woche (mit je deutlich mehr als acht Stunden) arbeiten, weil sie so wenig verdienen und das Geld brauchen. Aber in die andere Richtung scheint das nicht zu funktionieren. Egal ob jemand das zwei, drei oder vierfache des Durchschnitts verdient, weniger gearbeitet wird deshalb nicht.

Brauche ich das Geld?

Geld zu brauchen ist so eine Sache. Viele Menschen „brauchen“ genau so viel Geld (oder im schlimmsten Fall ein bisschen mehr) wie sie verdienen. Hedonistische Adaption und so. Mittlerweile verdiene ich mit 80% mehr, als mein Einstiegsgehalt bei 100% war. Wenn es nur darum ginge, die täglichen Ausgaben zu decken, könnten meine Frau und ich noch deutlich weniger arbeiten. Aber da wir noch in der Situation sind, regelmäßig Zeit für Geld zu tauschen, wollen wir durch eine hohe Sparrate auf die finanzielle Freiheit hin arbeiten. So gesehen könnten wir die 20% extra gut gebrauchen. Wir könnten aber auch noch weitere 20% gut gebrauchen. Dann könnten wir sechs Tage die Woche arbeiten. Insofern sind die 80% also ein Kompromiss aus „jetzt leben“ und Sparrate.

Fazit

Zeit ist unser wertvollstes Investmentgut wie Alex Fischer schreibt, denn unsere Zeit ist begrenzt und Zeit, die einmal weg ist, können wir nicht zurückholen. Wir sollten uns also gut überlegen, was uns unsere Zeit Wert ist. Für mich hat die kleine Idee 80% zu arbeiten einen großen Gewinn gebracht.

Vielen Dank an Jan für den Aufruf zu dieser Blogparade! Habt Ihr auch eine kleine Idee mit großer Wirkung gehabt? Was haltet Ihr davon Teilzeit zu arbeiten? Wäre das auch was für Euch?

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